Inhalt (9 Abschnitte)
- Betriebliche Krankenversicherung für Privatversicherte: Wer wird aufgenommen?
- Was die bKV Privatversicherten zusätzlich bringen kann
- Typische Konstellationen im Team
- So erklären Sie die bKV privat Versicherten im Team
- Zusammenspiel mit dem PKV-Tarif: drei Prüfpunkte
- Steuer und Arbeitgeberzuschuss: was für privat Versicherte gilt
- Warum privat versicherte Fachkräfte die bKV trotzdem schätzen
- PKV-Tarif optimieren: ein Thema für das Gespräch mit dem Experten
- bKV, PKV-Gruppenvertrag und Ihre eigene Absicherung
- Privatversicherte können in die bKV aufgenommen werden: Die Allianz etwa nennt ihre bKV ausdrücklich „sowohl für GKV- als auch PKV-Versicherte abschließbar“ (abgerufen 18.10.2026).
- Für privat versicherte Mitarbeitende kann die bKV Leistungen ergänzen, die ihr PKV-Tarif nicht oder nur begrenzt enthält – je nach Tarif zum Beispiel Sehhilfen, Zahnreinigung, Vorsorge oder Krankentagegeld.
- Die Steuerregel gilt unabhängig vom Versicherungsstatus: bis 50 € im Monat ist die arbeitgeberfinanzierte bKV als Sachbezug steuer- und beitragsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, § 1 SvEV).
- Leisten PKV und bKV für dieselbe Rechnung, darf die Gesamterstattung die Kosten nicht übersteigen (§ 200 VVG); wie die Verträge zusammenspielen, regeln die Bedingungen.
- Der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss zur PKV (§ 257 SGB V, 2026 bis 613,22 € im Monat) ist eine eigene Leistung; die bKV kommt zusätzlich hinzu.
Eine betriebliche Krankenversicherung kann sich auch für Privatversicherte lohnen: Die Allianz etwa nennt ihre bKV ausdrücklich „sowohl für GKV- als auch PKV-Versicherte abschließbar“ (Stand Oktober 2026). Für privat versicherte Mitarbeitende ergänzt die bKV je nach Tarif Leistungen, die ihr PKV-Vertrag nicht oder nur begrenzt enthält – bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei.
Betriebliche Krankenversicherung für Privatversicherte: Wer wird aufgenommen?
Die bKV ist eine Zusatzversicherung. Sie ersetzt keine Krankenversicherung, sondern ergänzt sie – und zwar unabhängig davon, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist. Für Sie als Arbeitgeber ist das wichtig, weil in vielen Teams einige Mitarbeitende privat versichert sind: Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €, 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 €), aber auch Beschäftigte, die schon vor ihrem Eintritt privat versichert waren.
Ob ein Versicherer Privatversicherte aufnimmt, regeln seine Annahmerichtlinien. Die Allianz nennt ihre bKV ausdrücklich für beide Gruppen abschließbar (abgerufen 18.10.2026). Im Gruppenvertrag verzichten die geprüften Anbieter auf Gesundheitsfragen – das gilt für privat Versicherte genauso wie für gesetzlich Versicherte. Fragen Sie im Angebot gezielt nach, ob einzelne Leistungen für Privatversicherte anders geregelt sind; das übernimmt auf Wunsch ein Partner-Experte für Sie.
Gleichbehandlung im BlickBilden Sie Gruppen nur nach sachlichen Kriterien und halten Sie sie in einer Versorgungsordnung fest. Wer privat versicherte Mitarbeitende ausschließen will, sollte das vorher rechtlich prüfen lassen – allgemeine Regel, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Was die bKV Privatversicherten zusätzlich bringen kann
Private Krankenversicherung ist nicht gleich private Krankenversicherung: Der Leistungsumfang hängt vom gewählten Tarif ab – Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer, Heilpraktiker, Brille oder hochwertiger Zahnersatz sind je nach Tarif enthalten oder nicht. Genau hier setzt die bKV an:
Lücken im Tarif schließen
Wer einen schlanken PKV-Tarif gewählt hat, kann über ein bKV-Budget je nach Tarifbedingungen etwa Sehhilfen, Zahnreinigung oder Vorsorge abdecken.
Ohne Gesundheitsprüfung
Eine private Ergänzung zum PKV-Tarif setzt meist neue Gesundheitsfragen voraus. Im bKV-Gruppenvertrag entfallen sie bei den geprüften Anbietern.
Krankentagegeld ergänzen
Privatversicherte Angestellte erhalten kein gesetzliches Krankengeld, sondern sichern sich über ein Krankentagegeld ab. Ein bKV-Baustein Krankentagegeld kostet bei der Allianz 4,05 € im Monat.
Reise und Pflege
Auslandsreise-Schutz (Allianz 0,83 €) oder eine betriebliche Pflegeversicherung ergänzen den Schutz – je nach Tarif und Anbieter.
Welche Bausteine es gibt und was sie kosten, zeigt die Seite bKV-Tarife und Bausteine; wie ein frei einsetzbares Gesundheitsbudget funktioniert, erklärt bKV-Budgettarif.
Typische Konstellationen im Team
Privat versicherte Mitarbeitende sind keine einheitliche Gruppe. Drei Konstellationen lassen sich unterscheiden – und für jede hat die bKV einen eigenen Nutzen:
Fachkräfte über der Versicherungspflichtgrenze
Wer als Angestellter über der Grenze verdient und in die PKV gewechselt ist, hat vielleicht einen Tarif mit Selbstbehalt gewählt, um den Beitrag zu senken. Ein bKV-Budget kann je nach Tarifbedingungen kleinere Rechnungen auffangen – etwa für eine Brille oder die Zahnreinigung. Für diese Mitarbeitenden ist die bKV ein sichtbares Zeichen, dass das Benefit-Paket nicht nur für gesetzlich Versicherte gedacht ist.
Langjährig Privatversicherte mit älterem Tarif
Wer seit vielen Jahren privat versichert ist, hat einen Tarif, der zu einer früheren Lebensphase passte. Leistungen wie Sehhilfen oder Vorsorge sind darin möglicherweise begrenzt. Die bKV ergänzt diese Bereiche ohne Gesundheitsprüfung. Wer zusätzlich den eigenen Tarif überprüfen möchte, kann das mit dem Tarifwechselrecht nach § 204 VVG tun – dazu weiter unten mehr.
Ehemals Selbstständige, die als Angestellte privat geblieben sind
Wer aus der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis wechselt, bleibt unter bestimmten Voraussetzungen privat versichert. Auch für diese Mitarbeitenden gilt: Die bKV ist eine Ergänzung, keine Konkurrenz zur PKV. Ob jemand versicherungspflichtig wird, hängt vom Einzelfall ab und ist keine Frage der bKV.
So erklären Sie die bKV privat Versicherten im Team
- Ergänzung, kein Ersatz: Die bKV ändert nichts am PKV-Vertrag und am Arbeitgeberzuschuss.
- Ohne Gesundheitsfragen: Im Gruppenvertrag der geprüften Anbieter entfällt die Gesundheitsprüfung – auch für Privatversicherte.
- Abrechnung klären: Vor der ersten Rechnung prüfen, wie bKV und PKV zusammenspielen (Reihenfolge, Selbstbehalt, Beitragsrückerstattung).
- Keine Abzüge: Bis 50 € im Monat fällt für den Mitarbeiter weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung an.
Zusammenspiel mit dem PKV-Tarif: drei Prüfpunkte
Wenn zwei private Versicherungen für denselben Bereich leisten können, stellt sich die Frage nach der Reihenfolge. Das Gesetz gibt den Rahmen vor: Hat die versicherte Person wegen desselben Versicherungsfalles Ansprüche gegen mehrere Erstattungsverpflichtete, darf die Gesamterstattung die Gesamtaufwendungen nicht übersteigen (§ 200 VVG). Alles Weitere regeln die Bedingungen beider Verträge.
| Prüfpunkt | Worum es geht | Wen fragen |
|---|---|---|
| Reihenfolge der Leistung | Leistet die bKV nur nach der PKV oder unabhängig von ihr? | bKV-Versicherer (Tarifbedingungen) |
| Selbstbehalt | Kann ein Selbstbehalt der PKV über das bKV-Budget erstattet werden? | bKV-Versicherer und PKV |
| Beitragsrückerstattung | Zählt eine über die bKV abgerechnete Rechnung als Leistungsfall in der PKV? | PKV-Versicherer |
| Doppelte Bausteine | Lohnt ein bKV-Baustein, den der PKV-Tarif schon voll abdeckt? | Partner-Experte bei der Tarifwahl |
Für Ihre Mitarbeitenden heißt das: Ein kurzer Blick in den eigenen PKV-Vertrag lohnt, bevor die erste Rechnung eingereicht wird. Für Sie als Arbeitgeber ändert sich nichts – Beitrag und Steuerregel sind für alle gleich.
Steuer und Arbeitgeberzuschuss: was für privat Versicherte gilt
Steuerlich macht der Versicherungsstatus keinen Unterschied. Schließen Sie als Arbeitgeber die bKV ab und zahlen die Beiträge, ist der Versicherungsschutz für jeden versicherten Mitarbeiter ein Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6). Er bleibt bis 50 € im Kalendermonat steuerfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) und beitragsfrei (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV) – zusammen mit allen anderen Sachbezügen. Die Leistungen aus der bKV sind für den Mitarbeiter steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG).
Unabhängig davon erhalten privat versicherte, versicherungsfreie Angestellte den gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss zu ihrer PKV: die Hälfte des Beitrags, 2026 höchstens 613,22 € im Monat (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI). Die bKV kommt zu diesem Zuschuss hinzu. Details zum Zuschuss erklärt das Partnerportal Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung. Mehr zur Steuer im Hub bKV und Steuer. Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.
Warum privat versicherte Fachkräfte die bKV trotzdem schätzen
Man könnte meinen, wer privat versichert ist, braucht keine Zusatzleistungen mehr. Doch PKV-Tarife unterscheiden sich: Wer bei Vertragsschluss einen Tarif mit Selbstbehalt, ohne Sehhilfen oder mit begrenzten Zahnleistungen gewählt hat, kann diese Bereiche über die bKV je nach Tarifbedingungen ergänzen – ohne den eigenen PKV-Vertrag zu ändern. Und als Signal wirkt sie für alle: Das Unternehmen kümmert sich um die Gesundheit des ganzen Teams.
Die Zahlen zur Wirkung der bKV gelten für privat und gesetzlich Versicherte gleichermaßen: In einer Civey-Umfrage vom Januar 2026 hielten rund 45 % der Befragten die bKV für wichtiger als andere Firmen-Extras (PKV-Verband). Wie Sie das Benefit im Team wirksam machen, zeigt die Seite bKV und Mitarbeiterbindung.
PKV-Tarif optimieren: ein Thema für das Gespräch mit dem Experten
Wenn privat versicherte Mitarbeitende über die bKV nachdenken, stellen sie oft auch die Frage, ob ihr eigener PKV-Tarif noch passt. Die gute Nachricht: In der PKV sind die Leistungen vertraglich zugesichert, der Versicherer kann die Krankheitskosten-Vollversicherung nicht ordentlich kündigen (§ 206 Abs. 1 VVG). Und wer seinen Tarif anpassen möchte, kann beim eigenen Versicherer in einen anderen Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz wechseln, unter Anrechnung der erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung (§ 204 VVG).
Wie ein solcher Tarifwechsel funktioniert, erklärt das Partnerportal PKV-Tarifwechsel nach § 204 VVG. Ein spezialisierter Partner-Experte kann beides zusammen betrachten: die bKV fürs Team und – auf Wunsch – den PKV-Tarif einzelner Mitarbeitender.
bKV, PKV-Gruppenvertrag und Ihre eigene Absicherung
Liegen mehrere Ihrer Fachkräfte über der Versicherungspflichtgrenze, lohnt neben der bKV der Blick auf einen PKV-Gruppenvertrag: private Krankenversicherung zu Gruppenkonditionen, bei der ARAG zum Beispiel ab 20 Personen und ohne Wartezeiten außer in der Pflege-Pflichtversicherung. Mehr dazu unter PKV-Gruppenvertrag.
Und als Inhaber oder Geschäftsführer? Selbstständige und nicht abhängig beschäftigte Gesellschafter-Geschäftsführer können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern. 60 % der Privatversicherten bekommen einen Facharzttermin in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte nur zu 35 % (Versichertenbefragung der Patientenvertretung im G-BA, 2025). Ihre Optionen zeigt die Seite bKV und PKV für Geschäftsführer – oder direkt der kostenlose bKV-Angebots-Check mit dem Zusatzblock zur eigenen Absicherung.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine bKV für Privatversicherte?
Häufig ja, weil PKV-Tarife unterschiedlich viel leisten und manche Bereiche – etwa Sehhilfen, Zahnreinigung oder Vorsorge – nur begrenzt oder mit Selbstbehalt abdecken. Ein Budget aus der bKV kann solche Kosten je nach Tarifbedingungen auffangen, ohne Gesundheitsprüfung und bis 50 € im Monat ohne Steuer und Sozialabgaben.
Können privat versicherte Mitarbeiter in die bKV aufgenommen werden?
Bei vielen Anbietern ja. Die Allianz nennt ihre bKV ausdrücklich für GKV- und PKV-Versicherte abschließbar (abgerufen 18.10.2026). Ob ein Tarif bestimmte Leistungen für Privatversicherte anders regelt, steht in den Bedingungen – das prüft der Partner-Experte im Angebot.
Zahlt die bKV den Selbstbehalt meiner PKV?
Das hängt von den Bedingungen beider Verträge ab. Grundsätzlich gilt: Bestehen für dieselbe Rechnung Ansprüche gegen mehrere Versicherer, darf die Gesamterstattung die Gesamtaufwendungen nicht übersteigen (§ 200 VVG). Ob und in welcher Reihenfolge PKV und bKV leisten, regeln die Tarife.
Gefährdet die bKV meine Beitragsrückerstattung in der PKV?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil die Regeln zur Beitragsrückerstattung je PKV-Tarif unterschiedlich sind. Klären Sie mit Ihrem Versicherer oder einem Partner-Experten, ob eine Rechnung, die über die bKV abgerechnet wird, als Leistungsfall in der PKV zählt.
Ist die bKV für Privatversicherte steuerfrei?
Ja, unter denselben Voraussetzungen wie für gesetzlich Versicherte: Schließt der Arbeitgeber ab und zahlt die Beiträge, ist der Versicherungsschutz Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6) und bleibt bis 50 € im Kalendermonat zusammen mit anderen Sachbezügen steuer- und beitragsfrei. Keine Steuerberatung im Einzelfall.
Quellen
- Allianz: Betriebliche Krankenversicherung – Stand Januar 2026, abgerufen 18.10.2026
- § 200 VVG – Bereicherungsverbot – abgerufen 18.10.2026
- § 204 VVG – Tarifwechsel – abgerufen 18.10.2026
- § 206 VVG – Kündigung des Versicherers – abgerufen 18.10.2026
- § 257 SGB V – Beitragszuschüsse für Beschäftigte – abgerufen 18.10.2026
- BMF-Schreiben vom 15.03.2022 – Abgrenzung Geldleistung/Sachbezug (Kopie Hallesche) – Rn. 6
- § 8 EStG – Einnahmen (50-Euro-Freigrenze) – abgerufen 18.10.2026
- § 4 TzBfG – Verbot der Diskriminierung – abgerufen 18.10.2026
- Patientenvertretung im G-BA: Versichertenbefragung 2025 – Befragung Nov./Dez. 2025
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.