Inhalt (9 Abschnitte)
- Was Sie für ein bKV-Angebot brauchen – und was nicht
- Betriebliche Krankenversicherung: das Angebot in sechs Schritten
- Was eine bKV vorab kostet: Marktpreise als Orientierung
- Woran Sie ein gutes bKV-Angebot erkennen
- Sie haben schon eine bKV? Ein neues Angebot kann sich lohnen
- Wie lange dauert es bis zur fertigen bKV?
- Versorgungsordnung und Betriebsrat: vor der Unterschrift klären
- Steuer und Lohnabrechnung vom ersten Monat an
- Und Ihre eigene Absicherung als Inhaber?
- Für ein erstes bKV-Angebot reichen Eckdaten: Teamgröße, Branche, Budget je Mitarbeiter, Wunschbausteine und bereits genutzte Sachbezüge – Gesundheitsdaten Ihrer Mitarbeitenden sind nicht nötig.
- Gruppenverträge gibt es je nach Versicherer ab 3, 5 oder 10 Mitarbeitenden (Versichererangaben, abgerufen 18.10.2026).
- Als Orientierung kosten Budgettarife bei Allianz, LKH und ottonova 12,50 bis 49,90 € je Mitarbeiter und Monat, je nach Budget von 300 bis 1.500 €.
- Vor dem Start stehen Versorgungsordnung, gegebenenfalls die Beteiligung des Betriebsrats (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG) und die monatliche Abrechnung als Sachbezug.
- Check, Rechner und Erstgespräch mit einem spezialisierten Partner-Experten sind kostenlos und unverbindlich.
Ein Angebot für die betriebliche Krankenversicherung erhalten Sie in drei Etappen: Eckdaten klären (Teamgröße, Ziel, Budget, Wunschbausteine), Vergleichsangebote mehrerer Versicherer einholen und den Gruppenvertrag mit Versorgungsordnung abschließen. Gesundheitsdaten Ihrer Mitarbeitenden braucht es dafür nicht; Gruppenverträge gibt es je nach Versicherer ab 3, 5 oder 10 Mitarbeitenden (Stand Oktober 2026).
Was Sie für ein bKV-Angebot brauchen – und was nicht
Versicherer kalkulieren bKV-Gruppenverträge für die ganze Belegschaft. Für eine erste Kalkulation brauchen sie deshalb keine Einzelheiten zu einzelnen Personen, sondern Eckdaten zu Ihrem Unternehmen und Ihren Wünschen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Angaben wofür nötig sind:
| Angabe | Wofür sie gebraucht wird | Wann |
|---|---|---|
| Zahl der Mitarbeitenden | Mindestgröße (3, 5 oder 10 je nach Versicherer) und Gesamtkosten | erste Kalkulation |
| Branche | Die Allianz kündigt ab 01.01.2027 bei einzelnen Branchen abweichende Beiträge an | erste Kalkulation |
| Budget je Mitarbeiter | Budgetstufe (300 bis 1.500 €) und Prüfung der 50-€-Freigrenze | erste Kalkulation |
| Wunschbausteine | Tarifart: Budget, Bausteine wie Zahn oder Krankenhaus oder Kombination | erste Kalkulation |
| Bestehende Sachbezüge | Tank- und Guthabenkarten teilen sich mit der bKV die 50 € im Monat | erste Kalkulation |
| Kreis der Begünstigten | alle Beschäftigten oder sachlich abgegrenzte Gruppen; Teilzeit nur mit sachlichem Grund ausnehmen | Angebot und Versorgungsordnung |
| Namen und Eintrittsdaten | Anmeldung der versicherten Personen | erst nach Vertragsschluss |
| Gesundheitsangaben | entfallen – die geprüften Anbieter verzichten im Gruppenvertrag auf Gesundheitsfragen | nie |
Das ist auch der Grund, warum der bKV-Angebots-Check auf dieser Website keine Mitarbeiterdaten abfragt: Für Kostenkorridor, Tarifart und Netto-Vorteil reichen Bänder zu Teamgröße, Budget und Sachbezügen.
Betriebliche Krankenversicherung: das Angebot in sechs Schritten
1. Eckdaten klären
Welches Ziel verfolgen Sie – Fachkräfte gewinnen, halten oder Gesundheit fördern? Wie viel möchten Sie je Mitarbeiter und Monat ausgeben? Der Check liefert in 60 Sekunden einen ersten Kostenkorridor.
2. Partner-Experten einbinden
Ein spezialisierter bKV-Experte aus unserem Partnernetzwerk meldet sich innerhalb von 24 Stunden (werktags) und gewichtet mit Ihnen die Vergleichskriterien.
3. Angebote vergleichen
Er holt Angebote mehrerer Versicherer mit gleichem Budget ein und stellt Beitrag, Leistungen, Unterlimits, Fortführung und Service gegenüber.
4. Versorgungsordnung und Mitbestimmung
Sie legen schriftlich fest, wer was ab wann erhält. Gibt es einen Betriebsrat, klären Sie dessen Beteiligung.
5. Vertrag schließen und anmelden
Der Gruppenvertrag wird unterschrieben, die Mitarbeitenden werden angemeldet – bei vielen Anbietern digital.
6. Abrechnen und informieren
Der Beitrag läuft monatlich über die Lohnabrechnung als Sachbezug. Ein Kick-off mit App-Anleitung macht das Benefit im Team bekannt.
Was eine bKV vorab kostet: Marktpreise als Orientierung
Bevor Sie Angebote anfordern, hilft eine realistische Größenordnung. Drei große Anbieter veröffentlichen ihre Budgettarif-Preise je Mitarbeiter und Monat (abgerufen 18.10.2026): bei 300 € Jahresbudget 12,50 bis 13,90 €, bei 600 € 18,90 bis 22,90 €, bei 900 € 23,90 bis 32,90 €, bei 1.200 € 28,50 bis 41,90 € und bei 1.500 € 33,50 bis 49,90 €. ARAG nennt für BudgetFlex Einstiegspreise ab 10,91 €.
Bausteine kosten zum Beispiel 18,10 € (Allianz RundumZahn 70), 21,07 € (Allianz Krankenhaus) oder 5,08 € (SIGNAL IDUNA Vorsorge+) je Mitarbeiter und Monat. Für ein Team mit 20 Mitarbeitenden und 600-€-Budget ergeben sich im Mittel der Anbieter 436,60 € im Monat bzw. 5.239,20 € im Jahr – als Betriebsausgabe absetzbar. Ihre eigenen Zahlen rechnet der bKV-Kostenrechner; alle Preise mit Datum stehen unter bKV-Preise 2026.
Woran Sie ein gutes bKV-Angebot erkennen
Ein vollständiges Angebot beantwortet nicht nur die Frage nach dem Beitrag. Achten Sie darauf, dass diese Punkte schriftlich ausgewiesen sind:
- Beitrag je Mitarbeiter und Monat – mit Zahlweise (monatlich, wegen der 50-€-Freigrenze) und Hinweis auf mögliche Branchenzuschläge.
- Leistungskatalog mit Unterlimits – welche Bereiche das Budget abdeckt und ob es Höchstbeträge je Bereich gibt.
- Gesundheitsprüfung, Wartezeiten, laufende Behandlungen – Allianz und LKH leisten nach eigenen Angaben auch für laufende und angeratene Behandlungen.
- Fortführung und Angehörige – Bedingungen für Mitarbeitende, die ausscheiden, und für Familienmitglieder.
- Laufzeit, Kündigung, Beitragsanpassung – Mindestlaufzeit, Fristen und wie Beitragsänderungen mitgeteilt werden.
- Service – Anmeldung, Rechnungseinreichung per App, Ansprechpartner für HR.
Alle zwölf Kriterien für den fairen Vergleich – mit einer Matrix der veröffentlichten Anbieterangaben – finden Sie unter bKV-Vergleich.
Checkliste für das Gespräch mit dem Partner-Experten
Je besser Sie vorbereitet sind, desto schneller liegen passende Angebote vor. Diese Punkte sollten Sie vor dem ersten Gespräch für sich beantworten – keine davon betrifft die Gesundheit einzelner Personen:
- Ziel: Geht es vor allem um Recruiting, um Bindung, um Gesundheitsförderung oder um einen steuerfreien Netto-Vorteil?
- Budgetrahmen: Wie viel möchten Sie je Mitarbeiter und Monat ausgeben – und wie viel davon ist im 50-€-Topf noch frei?
- Personenkreis: Alle Beschäftigten ab Eintritt oder nach der Probezeit? Wie viele Teilzeit- und Minijob-Kräfte gehören dazu?
- Wunschleistungen: frei einsetzbares Budget, gezielter Schutz für Zahn oder Krankenhaus, betriebliche Pflegeversicherung?
- Extras: Sollen Angehörige die Möglichkeit haben, sich auf eigene Kosten mitzuversichern?
- Zeitplan: Gewünschter Start, interne Freigaben, gegebenenfalls Termin mit dem Betriebsrat.
Wer sich unsicher ist, ob die bKV überhaupt der richtige Weg ist, findet eine Entscheidungshilfe unter Ist eine betriebliche Krankenversicherung sinnvoll?
Sie haben schon eine bKV? Ein neues Angebot kann sich lohnen
Ein Angebotsvergleich ist nicht nur beim ersten Abschluss sinnvoll. Wenn Ihr Versicherer den Beitrag erhöht, die Leistungen nicht mehr zum Team passen oder Sie das Budget aufstocken wollen, lohnt ein Blick auf den Markt. Weil die geprüften Anbieter im Gruppenvertrag auf Gesundheitsfragen verzichten, verlieren Ihre Mitarbeitenden bei einem Wechsel in der Regel nicht den Zugang zum Schutz; Allianz und LKH leisten nach eigenen Angaben sogar für laufende Behandlungen.
Prüfen Sie vor einem Wechsel Laufzeit und Kündigungsfristen des bestehenden Vertrags. Erhöht der Versicherer den Beitrag aufgrund einer Anpassungsklausel, sieht § 205 Abs. 4 VVG ein Kündigungsrecht innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung vor. Was Sie bei steigenden Beiträgen sonst tun können, erklärt die Seite bKV-Beitragserhöhung.
Wie lange dauert es bis zur fertigen bKV?
Der Check dauert rund 60 Sekunden, der Rückruf des Partner-Experten erfolgt innerhalb von 24 Stunden (werktags). Wie schnell danach Angebote vorliegen und der Vertrag startet, hängt weniger vom Versicherer als von Ihrer internen Entscheidung ab: Budgetfreigabe, gegebenenfalls Abstimmung mit dem Betriebsrat, Versorgungsordnung und Einrichtung in der Lohnabrechnung.
Ein Starttermin mitten im Jahr ist kein Problem. Bei ottonova CrewCare steht das volle Jahresbudget auch bei unterjährigem Beginn zur Verfügung (Versichererangabe, abgerufen 18.10.2026); andere Anbieter rechnen im ersten Jahr anteilig – fragen Sie danach. Ein Start zum Jahreswechsel bietet sich an, wenn Sie ohnehin über Budgets und Benefits für das neue Jahr entscheiden.
Versorgungsordnung und Betriebsrat: vor der Unterschrift klären
Ob Sie eine bKV einführen und mit welchem Budget, entscheiden Sie als Arbeitgeber. Bei der Verteilung – wer was erhält – hat ein bestehender Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht in Fragen der betrieblichen Lohngestaltung (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG). Halten Sie die Regeln in einer Versorgungsordnung fest: Kreis der Begünstigten, Beginn nach Eintritt oder Probezeit, Ende bei Austritt, Umgang mit Elternzeit und Langzeiterkrankung.
Teilzeit- und Minijob-Kräfte dürfen wegen der Teilzeit nicht schlechter behandelt werden, es sei denn, ein sachlicher Grund rechtfertigt es (§ 4 Abs. 1 TzBfG). Mehr dazu unter bKV und Mitbestimmung des Betriebsrats. Allgemeine Regeln, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Steuer und Lohnabrechnung vom ersten Monat an
Damit die bKV steuer- und beitragsfrei bleibt, muss die Gestaltung stimmen: Sie als Arbeitgeber sind Versicherungsnehmer und zahlen die Beiträge – dann ist der Versicherungsschutz Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6). Bis 50 € im Kalendermonat bleibt er steuerfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) und ist kein Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV). Voraussetzung für die Beitragsfreiheit ist, dass die Zuwendung mit der Entgeltabrechnung des jeweiligen Abrechnungszeitraums behandelt wird (§ 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV).
Zahlen Sie deshalb monatlich und prüfen Sie vorab, ob der 50-€-Topf mit anderen Sachbezügen noch Platz hat. Alle Regeln erklärt der Hub bKV und Steuer. Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall – bei Unsicherheit hilft eine gebührenfreie Anrufungsauskunft beim Betriebsstättenfinanzamt (§ 42e EStG).
Und Ihre eigene Absicherung als Inhaber?
Wenn Sie ohnehin mit einem Partner-Experten über die bKV sprechen, lohnt ein Blick auf Ihre eigene Krankenversicherung. Selbstständige und nicht abhängig beschäftigte Gesellschafter-Geschäftsführer können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern – mit vertraglich zugesicherten Leistungen (§ 206 Abs. 1 VVG). In der freiwilligen GKV zahlen sie 2027 bis rund 1.402,50 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld; eigene Berechnung nach Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026). Mehr dazu unter bKV und PKV für Geschäftsführer.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich ein Angebot für eine betriebliche Krankenversicherung?
Klären Sie zuerst Teamgröße, Ziel, Budget je Mitarbeiter und Wunschbausteine – zum Beispiel mit dem kostenlosen bKV-Angebots-Check. Auf Wunsch holt ein spezialisierter bKV-Experte aus unserem Partnernetzwerk Angebote mehrerer Versicherer ein und stellt sie mit allen Vor- und Nachteilen gegenüber.
Welche Daten brauche ich für ein bKV-Angebot?
Für die erste Kalkulation: Zahl der zu versichernden Mitarbeitenden, Branche, gewünschtes Budget oder Bausteine, gewünschter Starttermin und Ihre bereits genutzten Sachbezüge. Gesundheitsangaben sind bei den geprüften Anbietern nicht nötig, weil der Gruppenvertrag ohne Gesundheitsprüfung läuft. Namentliche Angaben fallen erst bei der Anmeldung nach Vertragsschluss an.
Wie viele bKV-Angebote sollte ich vergleichen?
Mehrere – denn bei gleichem Budget unterscheiden sich Leistungen, Unterlimits, Fortführung und Service deutlich. Schon beim 600-€-Budget liegen die veröffentlichten Preise von Allianz, LKH und ottonova zwischen 18,90 und 22,90 € je Mitarbeiter und Monat (abgerufen 18.10.2026).
Ist ein bKV-Angebot kostenlos und unverbindlich?
Ja. Der Check, die Rechner und das Erstgespräch mit einem spezialisierten Experten aus unserem Partnernetzwerk (Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO) kosten Sie nichts. Kommt ein Vertrag zustande, erhält der Makler eine Vergütung vom Versicherer.
Wie lange bin ich an einen bKV-Vertrag gebunden?
Das regelt der Gruppenvertrag. Für Krankenversicherungen, die für mehr als ein Jahr geschlossen sind, sieht § 205 Abs. 1 VVG eine Kündigung zum Ende des ersten oder jedes folgenden Jahres mit drei Monaten Frist vor – vorbehaltlich einer vereinbarten Vertragsdauer. Lassen Sie sich Laufzeit und Fristen im Angebot ausweisen.
Quellen
- Allianz: Betriebliche Krankenversicherung – Stand Januar 2026, abgerufen 18.10.2026
- LKH: LKH-TeamUpgrade – abgerufen 18.10.2026
- ottonova: CrewCare – abgerufen 18.10.2026
- SIGNAL IDUNA: Betriebliche Krankenversicherung – abgerufen 18.10.2026
- § 205 VVG – Kündigung des Versicherungsnehmers – abgerufen 18.10.2026
- § 87 BetrVG – Mitbestimmungsrechte – abgerufen 18.10.2026
- § 4 TzBfG – Verbot der Diskriminierung – abgerufen 18.10.2026
- § 1 SvEV – kein Arbeitsentgelt – abgerufen 18.10.2026
- § 8 EStG – Einnahmen (50-Euro-Freigrenze) – abgerufen 18.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.