Inhalt (7 Abschnitte)
- Ist die betriebliche Krankenversicherung ein geldwerter Vorteil?
- Wie hoch ist der geldwerte Vorteil der bKV?
- Wann der geldwerte Vorteil steuerfrei bleibt
- Wann der geldwerte Vorteil versteuert wird
- Sind die Leistungen der bKV ein geldwerter Vorteil?
- Der geldwerte Vorteil auf der Gehaltsabrechnung
- Die bKV im Vergleich mit anderen Vorteilen
- Die arbeitgeberfinanzierte bKV ist ein geldwerter Vorteil: eine Einnahme, die nicht in Geld, sondern in Geldeswert besteht (§ 8 Abs. 1 und 2 EStG).
- Steuerlich ist sie ein Sachbezug, wenn der Arbeitgeber abschließt und die Beiträge zahlt (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6).
- Bis 50 € im Monat bleibt der Vorteil zusammen mit anderen Sachbezügen außer Ansatz (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) – keine Lohnsteuer, keine Sozialabgaben (§ 1 SvEV).
- Bewertet wird der Vorteil in der Praxis mit dem Beitrag, den der Arbeitgeber für den Mitarbeiter zahlt.
- Erstattungen aus der bKV sind kein zu versteuernder Vorteil, sondern steuerfreie Versicherungsleistungen (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG).
Die betriebliche Krankenversicherung ist ein geldwerter Vorteil: Zahlt der Arbeitgeber die Beiträge, erhält der Mitarbeiter eine Einnahme in Geldeswert, steuerlich einen Sachbezug (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG; BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6). Dieser Vorteil bleibt aber außer Ansatz, solange alle Sachbezüge des Monats 50 € nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) – dann fallen weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben an. Stand: Oktober 2026 – keine Steuerberatung im Einzelfall.
Ist die betriebliche Krankenversicherung ein geldwerter Vorteil?
„Geldwerter Vorteil“ ist kein Begriff aus dem Gesetzestext, aber ein gängiger Ausdruck aus der Lohnabrechnung. Gemeint sind Einnahmen, die nicht in Geld bestehen, aber Geld wert sind. Das Einkommensteuergesetz zählt zu den Einnahmen „alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen“ (§ 8 Abs. 1 Satz 1 EStG), und zum Arbeitslohn neben Gehältern und Löhnen auch „andere Bezüge und Vorteile“ für eine Beschäftigung (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG).
Die bKV passt genau in diese Kategorie: Ihre Mitarbeitenden bekommen Versicherungsschutz, für den sie sonst selbst zahlen müssten. Auch Versicherer sprechen davon – die Muster-Versorgungsordnung der Hallesche formuliert, die Arbeitgeberbeiträge stellten „grundsätzlich einen geldwerten Vorteil“ dar (BGR 412, Stand 24.05.2022). Entscheidend ist aber, wie dieser Vorteil steuerlich behandelt wird. Und da hat die bKV einen großen Pluspunkt: Als Sachbezug gestaltet, bleibt sie bis 50 € im Monat außen vor.
Wie hoch ist der geldwerte Vorteil der bKV?
Sachbezüge werden „mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort“ angesetzt (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG). Bei der bKV ist das in der Praxis der Beitrag, den Sie für den einzelnen Mitarbeiter zahlen. Zahlt der Mitarbeiter etwas dazu, mindert das den Vorteil (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG: „nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte“).
| Jahresbudget je Mitarbeiter | Beitrag = Vorteil im Monat | 50-€-Freigrenze |
|---|---|---|
| 300 € | 12,50 bis 13,90 € | passt, wenn der Topf frei ist |
| 600 € | 18,90 bis 22,90 € | passt, wenn der Topf frei ist |
| 900 € | 23,90 bis 32,90 € | passt, wenn der Topf frei ist |
| 1.200 € | 28,50 bis 41,90 € | passt, aber wenig Platz für weitere Sachbezüge |
| 1.500 € | 33,50 bis 49,90 € | knapp unter 50 € – kein Platz für andere Sachbezüge |
Bemerkenswert: Das Jahresbudget, das ein Mitarbeiter für Gesundheitsleistungen nutzen kann, liegt deutlich über dem Jahresbeitrag. Beim 600-€-Budget zu 21,83 € im Mittel zahlen Sie 261,96 € im Jahr für bis zu 600 € Leistungsrahmen (eigene Berechnung). Was das für Ihr Team bedeutet, zeigt der Gesundheitsbudget-Planer.
Wann der geldwerte Vorteil steuerfrei bleibt
Der Vorteil bleibt außer Ansatz, wenn drei Dinge zusammenkommen: Die bKV ist als Sachbezug gestaltet – Sie schließen ab, zahlen und Ihre Mitarbeitenden können kein Geld statt des Schutzes verlangen (BMF Rn. 5 und 6). Die Summe aller Sachbezüge des Monats liegt bei höchstens 50 € (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Und für die Sozialversicherung wird die bKV zusätzlich zum Lohn gewährt und im jeweiligen Monat lohnsteuerfrei abgerechnet (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Satz 2 SvEV).
Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar: Ein Mitarbeiter erhält eine bKV für 22,90 € (600-€-Budget, Allianz) und eine Tankkarte über 20 €. Zusammen sind das 42,90 € – beides bleibt außer Ansatz, der Mitarbeiter hat 42,90 € Vorteil, ohne einen Cent Steuer oder Sozialabgaben. Kommt eine Guthabenkarte über 10 € hinzu, steigt die Summe auf 52,90 €. Jetzt ist die Freigrenze überschritten, und der gesamte Vorteil von 52,90 € wird zum steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohn – es sei denn, Sie passen den Topf an oder versteuern die bKV pauschal. Prüfen können Sie das im 50-Euro-Check.
Sind die Bedingungen erfüllt, hat der Mitarbeiter zwar einen geldwerten Vorteil – aber keinen, den er versteuern müsste. Für ihn wirkt die bKV damit wie ein Netto-Extra: Was Sie zahlen, kommt vollständig als Versicherungsschutz an. Die Einzelheiten stehen in den Ratgebern bKV als Sachbezug und Ist die bKV steuerfrei?.
Wann der geldwerte Vorteil versteuert wird
- Über 50 € im Monat: Dann ist der gesamte Sachbezug pflichtig. Sie können ihn pauschal versteuern – nach § 37b EStG (30 % plus Soli, sozialversicherungspflichtig) oder bei jährlicher Zahlung nach § 40 Abs. 1 EStG (sozialversicherungsfrei, bis 1.000 € im Jahr). Details: bKV über 50 €.
- Übernommene Pauschalsteuer: Auch dass Sie die Steuer tragen, ist für den Mitarbeiter ein Vorteil. Bei § 40 Abs. 1 EStG berücksichtigt das Finanzamt das deshalb mit einem Nettosteuersatz (§ 40 Abs. 1 Satz 2 EStG).
- Zuschuss statt Vertrag: Ein Geldzuschuss zu einer eigenen Police ist gar kein Sachbezug, sondern Barlohn – voll steuer- und beitragspflichtig (BMF Rn. 18).
Sind die Leistungen der bKV ein geldwerter Vorteil?
Nein. Die Erstattungen, die Ihre Mitarbeitenden später von der Versicherung bekommen, sind Versicherungsleistungen. Sie sind steuerfrei: „Leistungen aus einer Krankenversicherung, aus einer Pflegeversicherung und aus der gesetzlichen Unfallversicherung“ (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG). Das gilt unabhängig davon, ob der Beitrag steuerfrei, pauschal oder individuell versteuert wurde – es gibt keine nachgelagerte Besteuerung (Hallesche, Beratungsblatt 01/2022).
Der geldwerte Vorteil auf der Gehaltsabrechnung
Auf der Abrechnung erscheint der steuerfreie bKV-Sachbezug meist zweimal: als eigene Lohnart im Gesamtbrutto (steuer- und sozialversicherungsfrei gekennzeichnet) und als gleich hoher Abzug im Netto, weil der Mitarbeiter den Betrag nicht ausgezahlt bekommt. Der Auszahlungsbetrag bleibt unverändert. So zeigt es die Musterabrechnung der Hallesche aus DATEV-Probeabrechnungen. Ein durchgerechnetes Beispiel mit allen Varianten finden Sie unter bKV in der Lohnabrechnung: Beispiel.
Die bKV im Vergleich mit anderen Vorteilen
| Leistung | Behandlung | Fundstelle |
|---|---|---|
| bKV (Arbeitgeber schließt ab und zahlt) | Sachbezug, frei im 50-€-Topf | § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG |
| Tank- oder Guthabenkarte nach ZAG-Kriterien | Sachbezug, frei im 50-€-Topf, nur zusätzlich zum Lohn | § 8 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 11 EStG |
| Zertifizierte Gesundheitsförderung | steuerfrei bis 600 € im Jahr | § 3 Nr. 34 EStG |
| Jobticket für öffentliche Verkehrsmittel | steuerfrei, zusätzlich zum Lohn | § 3 Nr. 15 EStG |
| Überlassenes Dienstfahrrad (kein Kfz) | steuerfrei, zusätzlich zum Lohn, bis Ende 2030 | § 3 Nr. 37, § 52 EStG |
Unter diesen Vorteilen hat die bKV eine Sonderrolle: Sie sichert Gesundheitskosten ab und wird von vielen Beschäftigten besonders geschätzt. In einer Civey-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands (Januar 2026) hielten rund 45 % sie für wichtiger als andere Firmen-Extras. Mehr Benefits mit ihren Grenzen zeigt die Übersicht steuerfreie Benefits für Mitarbeiter. Welcher Vorteil für Ihr Team herauskommt, rechnet der kostenlose bKV-Angebots-Check in 60 Sekunden.
Häufige Fragen
Ist die betriebliche Krankenversicherung ein geldwerter Vorteil?
Ja. Zahlt der Arbeitgeber die Beiträge, erhält der Mitarbeiter einen Vorteil in Geldeswert – steuerlich einen Sachbezug (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG; BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6). Dieser bleibt aber außer Ansatz, solange alle Sachbezüge des Monats 50 € nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.
Muss ich den geldwerten Vorteil der bKV versteuern?
Bis 50 € im Monat nicht – vorausgesetzt, die bKV ist als Sachbezug gestaltet und andere Sachbezüge füllen den Topf nicht. Darüber wird der Vorteil versteuert: pauschal durch den Arbeitgeber (§ 37b oder § 40 Abs. 1 EStG) oder individuell als Arbeitslohn.
Wie wird der geldwerte Vorteil der bKV berechnet?
Sachbezüge werden mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort angesetzt (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG). Bei der bKV ist das in der Praxis der Arbeitgeberbeitrag je Mitarbeiter, gemindert um eine eventuelle Zuzahlung des Mitarbeiters – bei einem 600-€-Gesundheitsbudget zum Beispiel 18,90 bis 22,90 € im Monat (Versichererangaben, 18.10.2026).
Sind Erstattungen aus der bKV ein geldwerter Vorteil?
Nein. Leistungen aus einer Krankenversicherung sind steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG). Wenn die bKV etwa eine Brille oder eine Zahnreinigung erstattet, ist das kein weiterer Vorteil, der versteuert werden müsste.
Ist eine arbeitgeberfinanzierte Krankenzusatzversicherung ein geldwerter Vorteil?
Ja – die bKV ist eine Krankenzusatzversicherung als Gruppenvertrag. Ob der Vorteil steuerfrei bleibt, hängt von der Gestaltung ab: Schließt der Arbeitgeber ab und zahlt er, ist es ein Sachbezug mit 50-€-Freigrenze. Zahlt er dem Mitarbeiter einen Zuschuss zu einer eigenen Police, ist es Barlohn ohne Freigrenze (BMF Rn. 18).
Quellen
- § 8 EStG – Einnahmen (Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 und 11) – abgerufen 19.10.2026
- § 19 EStG – Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit – abgerufen 19.10.2026
- § 3 EStG – steuerfreie Einnahmen (hier § 3 Nr. 1 Buchst. a, Nr. 15, 34, 37 EStG) – abgerufen 19.10.2026
- BMF-Schreiben vom 15.03.2022 – Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug (Kopie Hallesche) – Rn. 5, 6, 18
- § 1 SvEV – dem Arbeitsentgelt nicht zuzurechnende Zuwendungen – abgerufen 19.10.2026
- Hallesche: Muster-Versorgungsordnung für die bKV (BGR 412) – Stand 24.05.2022
- Hallesche: Musterabrechnung bKV (DATEV-Probeabrechnungen, Januar 2020) – abgerufen 19.10.2026
- Allianz: Betriebliche Krankenversicherung (Budgettarif MeineGesundheit) – Stand Januar 2026, abgerufen 18.10.2026
- LKH: TeamUpgrade (bKV-Budgettarife) – abgerufen 18.10.2026
- ottonova: CrewCare (bKV-Budgettarif) – abgerufen 18.10.2026
- PKV-Verband: Themenseite betriebliche Krankenversicherung (Marktzahlen, Civey-Umfrage Januar 2026) – abgerufen 18.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.