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Betriebliche Krankenversicherung (bKV): So funktioniert sie, das kostet sie, so führen Sie sie ein

Die betriebliche Krankenversicherung ist eines der wirksamsten Benefits, die ein Arbeitgeber anbieten kann: privater Gesundheitsschutz fürs ganze Team, ohne Gesundheitsprüfung, bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei. Hier steht, wie sie funktioniert – mit Preisen, Paragrafen und Datum.

Redaktion bKV-Kosten.de Aktualisiert am 19. Oktober 2026 14 Min. Lesezeit
Inhalt (17 Abschnitte)
  1. Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?
  2. Wie funktioniert die bKV im Alltag?
  3. Die Tarifarten der betrieblichen Krankenversicherung
  4. Welche Leistungen eine betriebliche Krankenversicherung umfasst
  5. Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung?
  6. bKV oder Gehaltserhöhung: was beim Team ankommt
  7. Betriebliche Krankenversicherung und Steuer: die 50-€-Regel in Kürze
  8. Die Vorteile der bKV für Arbeitgeber und Mitarbeitende
  9. Was Mitarbeitende über die bKV wissen sollten
  10. Ab wie vielen Mitarbeitern gibt es eine bKV?
  11. Die bKV in acht Schritten einführen
  12. Für welche Unternehmen sich die bKV besonders lohnt
  13. Sechs häufige Fehler bei der bKV – und wie Sie sie vermeiden
  14. bKV, betriebliche Altersversorgung und Gesundheitsförderung: die Unterschiede
  15. Die betriebliche Krankenversicherung in Zahlen
  16. Und Ihre eigene Absicherung als Inhaber?
  17. Weitere Ratgeber zur betrieblichen Krankenversicherung
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) schließt der Arbeitgeber einen Gruppenvertrag ab und zahlt die Beiträge; die Mitarbeitenden erhalten privaten Zusatzschutz zu ihrer Kranken­versicherung.
  • Budgettarife kosten je Mitarbeiter und Monat 12,50 bis 13,90 € (300 € Jahresbudget) bis 33,50 bis 49,90 € (1.500 €), Stand 18.10.2026.
  • Bis 50 € im Monat ist der Versicherungsschutz als Sachbezug lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, § 1 SvEV; BMF-Schreiben vom 15.03.2022).
  • Ende 2025 hatten über 2,8 Mio. Beschäftigte in 60.600 Unternehmen eine bKV – 16 % mehr Unternehmen als ein Jahr zuvor (PKV-Verband).
  • Gruppenverträge gibt es je nach Versicherer ab 3, 5 oder 10 Mitarbeitenden – ohne Gesundheitsprüfung und meist ohne Wartezeit.

Bei der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) schließt der Arbeitgeber einen Gruppenvertrag ab und zahlt die Beiträge; die Mitarbeitenden erhalten privaten Zusatzschutz wie ein Gesundheitsbudget, Zahn- oder Krankenhausleistungen – ohne Gesundheitsprüfung. Budgettarife kosten je Mitarbeiter 12,50 bis 49,90 € im Monat und sind bis 50 € steuer- und beitragsfrei (Stand Oktober 2026).

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?

Die betriebliche Krankenversicherung ist eine private Krankenzusatzversicherung, die ein Unternehmen für seine Beschäftigten abschließt. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer und zahlt die Beiträge, die Mitarbeitenden sind die versicherten Personen. Die bKV ersetzt keine Krankenversicherung: Sie ergänzt die gesetzliche oder private Vollversicherung jedes Mitarbeiters um Leistungen, die dort fehlen oder nur teilweise erstattet werden.

Technisch ist die bKV ein Gruppenvertrag. Das macht sie für Mitarbeitende so attraktiv: Die geprüften Anbieter verzichten im Gruppenvertrag auf Gesundheitsfragen und meist auch auf Wartezeiten; Allianz und LKH leisten sogar für laufende und angeratene Behandlungen (Versichererangaben, abgerufen 18.10.2026). Wer privat eine Zahnzusatzversicherung abschließt, muss dagegen in der Regel Gesundheitsfragen beantworten.

Für den Arbeitgeber ist die bKV vor allem ein Instrument der Personalpolitik: Sie hilft, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, und sie ist steuerlich besonders effizient. Denn wenn der Arbeitgeber den Vertrag abschließt und die Beiträge zahlt, ist der Versicherungsschutz für den Mitarbeiter ein Sachbezug – bis 50 € im Monat lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Wie funktioniert die bKV im Alltag?

Tarif und Budget wählen

Sie legen fest, welche Leistungen Ihr Team bekommt – zum Beispiel ein Gesundheitsbudget von 600 € im Jahr oder einen Zahn-Baustein – und für wen.

Gruppenvertrag schließen

Ein Versicherer bietet den Vertrag zu Gruppenkonditionen an. Ein spezialisierter Experte holt dafür Vergleichsangebote ein.

Mitarbeitende anmelden

Die Anmeldung läuft bei vielen Anbietern digital. Bei ottonova und LKH gibt es das volle Jahresbudget auch bei unterjährigem Start.

Leistungen nutzen

Die Mitarbeitenden reichen ihre Rechnungen beim Versicherer ein, oft per App, und erhalten die vereinbarten Leistungen erstattet.

Monatlich abrechnen

Der Beitrag wird monatlich gezahlt und in der Lohnabrechnung als steuerfreier Sachbezug erfasst – innerhalb der 50-€-Freigrenze.

Die Tarifarten der betrieblichen Krankenversicherung

Am Markt haben sich drei Modelle durchgesetzt. Welches passt, hängt von Ziel, Budget und Belegschaft ab:

Tarifarten der bKV mit Preisbeispielen je Mitarbeiter und Monat; Versicherer-Websites, abgerufen 18.10.2026. Leistungen je nach Tarif.
TarifartPrinzipPreisbeispielpasst, wenn …
Budgettariffestes Gesundheitsbudget je Jahr (300 bis 1.500 €), frei einsetzbar für vereinbarte Leistungen600 €: 18,90 bis 22,90 €jeder selbst entscheiden soll, wofür er das Budget nutzt
Bausteintariffeste Leistungsbausteine, z. B. Zahn, Krankenhaus, VorsorgeAllianz RundumZahn 70: 18,10 €; Krankenhaus: 21,07 €Sie gezielt ein Thema absichern wollen
KombinationBudget plus ein oder zwei Bausteine300-€-Budget + Vorsorge: ab 17,58 €Sie Flexibilität und gezielten Schutz verbinden wollen
Betriebliche PflegeversicherungPflegezusatzschutz über den Arbeitgeber, meist eigener VertragindividuellSie ein Zukunftsthema adressieren wollen

Budgettarife sind der Standard geworden: Bei SIGNAL IDUNA machten sie schon 2023 „rund 95 Prozent der Neuabschlüsse“ aus (Deutsche Handwerks Zeitung, 03.05.2023). Welches Budget zu Ihrem Team passt, zeigt der Gesundheitsbudget-Planer. Wie Budgettarife funktionieren, erklärt bKV-Budgettarif; Budget, Bausteine und Kombinationen vergleicht bKV-Tarife im Überblick.

Welche Leistungen eine betriebliche Krankenversicherung umfasst

Was die bKV leistet, legt der Tarif fest – deshalb lohnt der Blick in den Leistungskatalog mehr als der Blick auf die Budgetzahl allein. Typisch sind diese Bausteine, die Versicherer einzeln oder als Teil eines Gesundheitsbudgets anbieten:

Typische bKV-Leistungen mit Preisbeispielen je Mitarbeiter und Monat; Allianz (Stand Januar 2026) und SIGNAL IDUNA, abgerufen 18.10.2026. Leistungsumfang je nach Tarif – keine Leistungszusage.
LeistungsbereichBeispielePreisbeispiel
ZahnZahnersatz, Prophylaxe, ZahnreinigungRundumZahn 70: 18,10 € · 90: 34,90 € · 100: 49,90 €
KrankenhausChefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer21,07 € (Allianz) · 24,72 € (KlinikPrivat+, ab 20 MA)
VorsorgeVorsorgeuntersuchungen über den GKV-Katalog hinaus5,08 € (Vorsorge+) · 7,44 € (Allianz)
NaturheilverfahrenHeilpraktiker, Osteopathie – je nach Tarif11,22 € (Naturheilverfahren+)
Kranken- und KrankenhaustagegeldTagessatz bei Arbeitsunfähigkeit bzw. Klinikaufenthalt4,05 € bzw. 1,29 € (Allianz)
Reise und UnfallAuslandsreise-Krankenschutz, Unfallbausteine0,83 € (Reise, Allianz) · 1,66 € (UnfallPrivat+)

Ein Gesundheitsbudget bündelt mehrere dieser Bereiche: Der Mitarbeiter entscheidet selbst, ob er das Budget für eine neue Brille, die Zahnreinigung oder den Heilpraktiker nutzt. Ob einzelne Leistungen Unterlimits haben, ob Zahnersatz im Budget enthalten ist und wie mit laufenden Behandlungen umgegangen wird, unterscheidet sich je Anbieter – genau das vergleicht ein spezialisierter bKV-Experte für Sie.

Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung?

Die Kosten hängen vor allem von der Budgethöhe ab. Die großen Anbieter veröffentlichen ihre Preise je Mitarbeiter und Monat; das Alter der Mitarbeitenden spielt in den geprüften Budgettarifen keine Rolle (ottonova nennt den Beitrag ausdrücklich altersunabhängig).

Arbeitgeberbeitrag je Mitarbeiter und Monat: niedrigster und höchster Wert von Allianz MeineGesundheit (Stand Januar 2026), LKH-TeamUpgrade (drei Varianten) und ottonova CrewCare; abgerufen 18.10.2026.
JahresbudgetBeitrag pro Monat20 Mitarbeitende pro Jahr (Mittel)
300 €12,50 – 13,90 €3.216 €
600 €18,90 – 22,90 €5.239 €
900 €23,90 – 32,90 €7.123 €
1.200 €28,50 – 41,90 €8.878 €
1.500 €33,50 – 49,90 €10.524 €

Was ein Budgettarif je Mitarbeiter kostet

Arbeitgeberbeitrag in Euro pro Monat nach Jahresbudget – niedrigster, mittlerer und höchster Wert von Allianz, LKH (drei Varianten) und ottonova

0 €20 €40 €60 €300 € Budget600 € Budget900 € Budget1.200 € Budget1.500 € Budget
niedrigster WertMittelhöchster Wert

Allianz MeineGesundheit (Stand Januar 2026), LKH-TeamUpgrade Complete/Smile/Fit, ottonova CrewCare – Versicherer-Websites, abgerufen 18.10.2026; Mittel = Durchschnitt der fünf Werte (eigene Berechnung). Ohne Branchenzuschläge; Leistungsumfang je Variante unterschiedlich. Kein Angebot.

ARAG nennt für BudgetFlex Einstiegspreise ab 10,91 € je Mitarbeiter und Monat (ab 10 Mitarbeitenden). Die Allianz kündigt ab 01.01.2027 bei einzelnen Branchen abweichende Beiträge an. Die Beiträge sind für Sie Betriebsausgaben. Ihr Team rechnet der bKV-Kostenrechner durch – mit Budget, Bausteinen und Preisniveau. Alle veröffentlichten Preise mit Datum: bKV-Preise 2026.

bKV oder Gehaltserhöhung: was beim Team ankommt

Die bKV ist kein Ersatz für faire Gehälter – aber als Ergänzung ist sie unschlagbar effizient. Der Grund liegt in der Lohnabrechnung: Von einer Gehaltserhöhung gehen Lohnsteuer, gegebenenfalls Soli und Kirchensteuer sowie rund 21 % Sozialabgaben ab, und Sie zahlen zusätzlich rund 21 % Arbeitgeberanteil. Die bKV kommt bis 50 € ohne diese Abzüge an. Bei einer Beispielperson mit 3.500 € brutto (Steuerklasse I, kinderlos, 2027) bleiben von 50 € Arbeitgeberkosten als Gehalt nur rund 23 € netto; für 50 € netto müssten Sie rund 111 € aufwenden (eigene Berechnung nach Tarif 2026 und Beitragsbemessungsgrenzen 2027 laut Kabinettsbeschluss).

50 € bKV oder Gehaltserhöhung: Ihre Kosten und das Netto beim Mitarbeiter

Euro pro Monat – Beispiel: 3.500 € brutto, Steuerklasse I, kinderlos, ohne Kirchensteuer, Zusatzbeitrag 2,9 %, 2027

0 €50 €100 €150 €bKV-Beitrag 50 €Gehaltserhöhung bei gleichen KostenGehaltserhöhung für gleiches Netto
Ihre Kosten als ArbeitgeberNetto beim Mitarbeiter

Eigene Berechnung (Rechenweg: bKV-oder-Gehaltserhöhung-Rechner): Lohnsteuer nach Tarif § 32a EStG 2026 mit Vorsorgepauschale, Sozialabgaben mit Beitragsbemessungsgrenzen 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 (Bundesrat ausstehend), Pflege kinderlos 4,5 % (Entwurf); Umlagen nicht eingerechnet. bKV bis 50 € als Sachbezug steuer- und beitragsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, § 1 SvEV). Keine Steuerberatung im Einzelfall.

Ihre eigenen Zahlen – mit Steuerklasse, Kindern, Kirchensteuer und Teamgröße – rechnet der bKV-oder-Gehaltserhöhung-Rechner.

Betriebliche Krankenversicherung und Steuer: die 50-€-Regel in Kürze

Steuerlich kommt es auf die Vertragsgestaltung an. Das Bundesfinanzministerium stellt klar: Die Gewährung von Kranken-, Krankentagegeld- oder Pflegeversicherungsschutz bei Abschluss und Beitragszahlung durch den Arbeitgeber ist Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, IV C 5 - S 2334/19/10007 :007, Rn. 6; BFH, Urteil vom 07.06.2018, VI R 13/16). Zahlt der Arbeitgeber dagegen einen Zuschuss zu einer Police, die der Mitarbeiter selbst abschließt, ist das Barlohn (Rn. 18).

  • Freigrenze 50 €: Sachbezüge bleiben steuerfrei, wenn sie insgesamt 50 € im Kalendermonat nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).
  • Beitragsfrei: Lohnsteuerfreie Zuwendungen zusätzlich zum Lohn sind kein Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV).
  • Ein Topf: bKV, Tank- und Guthabenkarten und andere Sachbezüge teilen sich die 50 €.
  • Monatlich zahlen: Ein Jahresbeitrag würde im Zahlungsmonat zufließen und die Grenze übersteigen.
  • Über 50 €: Pauschalierung nach § 37b EStG (30 %, sozialversicherungspflichtig) oder § 40 Abs. 1 EStG (bis 1.000 € im Jahr, sozialversicherungsfrei).

Die Leistungen aus der bKV sind für die Mitarbeitenden steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG). Alle Details mit Fundstellen erklärt der Hub bKV und Steuer; ob Ihr Topf noch Platz hat, zeigt der 50-Euro-Check. Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.

Die Vorteile der bKV für Arbeitgeber und Mitarbeitende

Für Sie als Arbeitgeber

  • Mehr Netto je Euro: 50 € bKV kosten 50 €; eine Gehaltserhöhung mit gleichem Netto kostet bei 3.500 € brutto rund 111 € (eigene Berechnung 2027, Steuerklasse I).
  • Starkes Argument im Recruiting: Für 45 % der Beschäftigten ist die bKV wichtiger als andere Firmen-Extras (Civey, Januar 2026).
  • Planbare Kosten: fester Beitrag je Kopf, als Betriebsausgabe absetzbar, keine Versicherungsteuer (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 VersStG).
  • Wenig Aufwand: digitale Anmeldung und Abrechnung über den Versicherer.

Für Ihre Mitarbeitenden

  • Ohne Gesundheitsprüfung: Aufnahme im Gruppenvertrag ohne Gesundheitsfragen, meist ohne Wartezeit.
  • Ohne Abzüge: bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei, Leistungen steuerfrei.
  • Mehr Leistung: Zuschüsse zu Brille, Zahnersatz, Vorsorge oder Heilpraktiker – je nach Tarif. In der GKV sinkt der Festzuschuss für Zahnersatz für Bewilligungen ab 01.01.2027 von 60 auf 50 % (BGBl. 2026 I Nr. 228).
  • Auch für Privatversicherte: Die Allianz nimmt GKV- und PKV-Versicherte in die bKV auf.

Was Beschäftigte von der bKV halten

Anteil der Befragten in Prozent – Civey-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands, Januar 2026

bKV wichtiger als andere Firmen-Extras45 %bKV wertvoller als eine Gehaltserhöhung25 %Betriebliche Pflegeversicherung ist eine wertvolle Zuwendung76 %Pflegeversicherung wichtiger als andere Zusatzleistungen64 %

PKV-Verband, Themenseite bKV (abgerufen 18.10.2026): „etwa 45 Prozent“, „jeder vierte“, „über 76 Prozent“, „64 Prozent“. Stichprobengröße dort nicht genannt.

Was Mitarbeitende über die bKV wissen sollten

Drei Fragen stellen Beschäftigte fast immer – und die Antworten sind gute Argumente für die bKV:

  • Was passiert, wenn ich den Job wechsle? Der Gruppenschutz endet mit dem Arbeitsverhältnis. Viele Anbieter erlauben aber die private Fortführung ohne Gesundheitsprüfung – SIGNAL IDUNA innerhalb von zwei Monaten nach dem Ausscheiden, Allianz und R+V ebenfalls; R+V auch bei Renteneintritt (Versichererangaben, Oktober 2026).
  • Kann ich meine Familie mitversichern? Je nach Anbieter: SIGNAL IDUNA bietet die Budget-Varianten für Angehörige an (Beitrag zahlt der Mitarbeiter), bei der Allianz sind Angehörige in bestimmten Tarifen binnen 12 Monaten ohne Gesundheitsprüfung versicherbar.
  • Muss ich etwas versteuern? Innerhalb der 50-€-Freigrenze nicht – der Sachbezug bleibt außer Ansatz, und die Leistungen sind steuerfrei.

Ab wie vielen Mitarbeitern gibt es eine bKV?

Mindestgröße für den Gruppenvertrag laut Versicherer-Websites, abgerufen 18.10.2026.
Versichererab MitarbeitendenHinweis
SIGNAL IDUNA3„einer von zwei Versicherungsträgern“ mit dieser Grenze; KlinikPrivat+ und ZahnPerfekt+ ab 20
Allianz, LKH, ottonova, R+V5ohne Gesundheitsprüfung
ARAG (BudgetFlex), Continentale10Budgets 300–1.500 € bzw. 400–1.600 €

Für ein bis zwei Mitarbeitende sind Gruppenverträge die Ausnahme. Ein spezialisierter bKV-Experte aus unserem Partnernetzwerk prüft, welche Lösung für sehr kleine Teams infrage kommt – starten Sie dafür den bKV-Angebots-Check. Mindestgrößen und Wege für Kleinstbetriebe: bKV ab wie vielen Mitarbeitern.

Die bKV in acht Schritten einführen

  1. Ziel klären: Fachkräfte gewinnen, halten oder Gesundheit fördern – das bestimmt Tarifart und Budget.
  2. Budget festlegen: Beitrag je Kopf so wählen, dass er mit anderen Sachbezügen in die 50 € passt.
  3. Kreis der Begünstigten definieren: grundsätzlich alle Beschäftigten; Teilzeit- und Minijob-Kräfte nur mit sachlichem Grund ausnehmen (§ 4 Abs. 1 TzBfG).
  4. Angebote vergleichen: Budget, Leistungskatalog, Unterlimits, Fortführung, Angehörige, Service.
  5. Betriebsrat beteiligen: Bei der Verteilung betrieblicher Leistungen besteht ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG) – allgemeine Regel, keine Rechtsberatung.
  6. Versorgungsordnung schreiben: Wer erhält was, ab wann, wie lange – schriftlich und für alle nachvollziehbar.
  7. Lohnabrechnung einrichten: monatliche Zahlung, Erfassung als steuerfreier Sachbezug, Topf mit anderen Sachbezügen abgleichen.
  8. Team informieren: Kick-off, App, Erinnerungen – nur ein bekanntes Benefit wirkt.

Den kompletten Fahrplan mit Checklisten finden Sie im kostenlosen bKV-Leitfaden für Arbeitgeber 2027, den Sie mit dem Check erhalten. Wie Sie Angebote einholen und fair vergleichen, erklären bKV-Angebot einholen und bKV-Vergleich; die Versicherer stellt bKV-Anbieter neutral vor.

Für welche Unternehmen sich die bKV besonders lohnt

Betriebe mit Fachkräftebedarf

Handwerk, Pflege, IT oder Industrie: Wer um Bewerber konkurriert, gewinnt mit einem sichtbaren Gesundheits-Benefit. Für 45 % der Beschäftigten ist die bKV wichtiger als andere Firmen-Extras (Civey, Januar 2026).

Teams mit vielen Teilzeitkräften

Der Beitrag gilt pro Kopf, der Schutz ist für alle gleich. Als steuer- und beitragsfreier Sachbezug zählt die bKV bei Minijobs nicht zum Verdienst (Minijob-Grenze 2026: 603 €).

Arbeitgeber mit Blick auf Netto

Wer Gehaltsbudget maximal wirken lassen will, nutzt die 50-€-Freigrenze – und kombiniert die bKV mit der steuerfreien Gesundheitsförderung bis 600 € im Jahr (§ 3 Nr. 34 EStG).

Branchen-Tipps: Mitarbeiter-Benefits im Handwerk, in der Pflege und im öffentlichen Dienst.

Sechs häufige Fehler bei der bKV – und wie Sie sie vermeiden

  • Zuschuss statt Versicherungsschutz: Ein Zuschuss zur privaten Police des Mitarbeiters ist Barlohn (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 18). Lösung: Gruppenvertrag mit dem Unternehmen als Versicherungsnehmer.
  • Jahresbeitrag in einer Summe: Er sprengt die 50 € im Zahlungsmonat. Lösung: monatliche Zahlung.
  • Voller Topf: Tank- und Guthabenkarten füllen die 50 € schon. Lösung: Budgetstufe anpassen oder Topf neu verteilen – mit dem 50-Euro-Check.
  • Teilzeit vergessen: Ohne sachlichen Grund dürfen Teilzeitkräfte nicht schlechter gestellt werden (§ 4 Abs. 1 TzBfG). Lösung: alle Beschäftigten einbeziehen.
  • Keine Versorgungsordnung: Unklare Regeln führen zu Streit. Lösung: schriftlich festhalten, wer was ab wann erhält.
  • Stille Einführung: Ein unbekanntes Benefit wirkt nicht. Lösung: Kick-off, App, Erinnerung zum Jahreswechsel.

bKV, betriebliche Altersversorgung und Gesundheitsförderung: die Unterschiede

Allgemeine Abgrenzung nach EStG und BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Stand Oktober 2026; keine Steuerberatung im Einzelfall.
LeistungZweckSteuerregel
Betriebliche KrankenversicherungGesundheitsleistungen heuteSachbezug, bis 50 € im Monat frei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG)
Betriebliche AltersversorgungVorsorge fürs Altereigene Regeln; die 50-€-Freigrenze gilt für bAV-Beiträge nicht (BMF Rn. 29)
Gesundheitsförderungzertifizierte Kurse und Maßnahmenbis 600 € im Jahr steuerfrei (§ 3 Nr. 34 EStG), außerhalb des 50-€-Topfs

Alle drei lassen sich kombinieren. Wie die steuerlichen Regeln im Detail aussehen, erklärt der Hub bKV und Steuer.

Die betriebliche Krankenversicherung in Zahlen

Die bKV wächst kräftig. Ende 2025 hatten über 2,8 Millionen Beschäftigte eine betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung, angeboten von 60.600 Unternehmen – 16 % mehr als Ende 2024. 450.000 Beschäftigte haben eine betriebliche Pflegeversicherung (PKV-Verband, Stand 31.12.2025; gezählt werden arbeitgeberfinanzierte Verträge). Bekanntestes Beispiel ist die tarifliche Pflegezusatzversicherung CareFlex Chemie, die seit 01.07.2021 läuft und in den ersten vier Monaten 430.000 Beschäftigte erreichte.

bKV wächst: Beschäftigte mit betrieblicher Kranken- oder Pflegeversicherung

Millionen Beschäftigte, jeweils zum Jahresende – 2025 boten 60.600 Unternehmen eine bKV an, 16 % mehr als Ende 2024

0 Mio.1 Mio.2 Mio.3 Mio.4 Mio.2,4Ende 20242,8Ende 2025

PKV-Verband, Themenseite betriebliche Krankenversicherung (Stand 31.12.2025, abgerufen 18.10.2026); gezählt werden arbeitgeberfinanzierte Verträge.

Alle Kennzahlen mit Quelle: bKV in Zahlen; was Umfragen zur Bindung zeigen: bKV und Mitarbeiterbindung.

Und Ihre eigene Absicherung als Inhaber?

Wer ein Unternehmen führt, denkt bei der bKV zuerst an das Team. Für Inhaber und Geschäftsführer lohnt aber auch der Blick auf die eigene Krankenversicherung. Selbstständige und nicht abhängig beschäftigte Gesellschafter-Geschäftsführer können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern – während sie in der freiwilligen GKV auf alle Einnahmen zahlen, 2027 bis rund 1.402,50 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld; eigene Berechnung nach Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026). In der PKV sind die Leistungen vertraglich zugesichert (§ 206 Abs. 1 VVG), und 60 % der Privatversicherten bekommen einen Facharzttermin in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte nur zu 35 % (Patientenvertretung im G-BA, 2025).

Angestellte Geschäftsführer kommen in die PKV, wenn ihr Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt – 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 € (Bundesrat ausstehend). Die Gesellschaft zahlt dann die Hälfte des Beitrags, 2026 bis 613,22 € im Monat. Die Gesundheitsprüfung klärt ein spezialisierter Partner-Experte vorab anonym. Alles dazu: bKV für Gesellschafter-Geschäftsführer. Für Teams über der Versicherungspflichtgrenze gibt es den PKV-Gruppenvertrag; was die bKV privat Versicherten bringt, erklärt bKV für Privatversicherte.

Weitere Ratgeber zur betrieblichen Krankenversicherung

Entscheidungshilfen: Ist eine bKV sinnvoll?, Vor- und Nachteile der bKV, bKV im Test und bKV-Beitragserhöhung.

Begriffe von „Budgettarif“ bis „Versorgungsordnung“ erklärt das bKV-Lexikon.

Häufige Fragen

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung einfach erklärt?

Eine private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber für seine Beschäftigten abschließt und bezahlt. Sie ergänzt die gesetzliche oder private Krankenversicherung der Mitarbeitenden um Leistungen wie ein Gesundheitsbudget, Zahnersatz oder Krankenhauskomfort. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer, die Mitarbeitenden sind versicherte Personen.

Wie funktioniert die betriebliche Krankenversicherung?

Der Arbeitgeber wählt Tarif und Budget, schließt einen Gruppenvertrag mit einem Versicherer und meldet die Mitarbeitenden an. Die Mitarbeitenden reichen Rechnungen – oft per App – direkt beim Versicherer ein und erhalten die vereinbarten Leistungen. Der Beitrag wird monatlich gezahlt und in der Lohnabrechnung als Sachbezug erfasst.

Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung?

Budgettarife kosten je Mitarbeiter und Monat bei 600 € Jahresbudget 18,90 bis 22,90 €, bei 1.500 € 33,50 bis 49,90 € (Allianz, LKH, ottonova; abgerufen 18.10.2026). Bausteine kosten zum Beispiel 18,10 € (Zahn) oder 21,07 € (Krankenhaus) bei der Allianz. Für die Mitarbeitenden ist die arbeitgeberfinanzierte bKV kostenlos.

Ist die betriebliche Krankenversicherung steuerfrei?

Bis 50 € im Monat ja: Schließt der Arbeitgeber ab und zahlt, ist der Versicherungsschutz Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6), und Sachbezüge bleiben bis 50 € im Kalendermonat steuerfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) und beitragsfrei (§ 1 SvEV). Andere Sachbezüge zählen mit. Keine Steuerberatung im Einzelfall.

Welche Nachteile hat die betriebliche Krankenversicherung?

Der Schutz ist an das Arbeitsverhältnis gebunden – bei vielen Anbietern lässt er sich nach dem Ausscheiden aber privat und ohne Gesundheitsprüfung weiterführen (z. B. SIGNAL IDUNA binnen zwei Monaten, Allianz, R+V). Über 50 € im Monat entfällt die Steuerfreiheit, und für sehr kleine Teams gibt es Mindestgrößen. Alle drei Punkte lassen sich mit einem Partner-Experten lösen.

Lohnt sich eine bKV für Arbeitgeber?

Für viele ja: Die bKV kommt bis 50 € ohne Abzüge beim Team an, während von einer Gehaltserhöhung bei 3.500 € brutto (Steuerklasse I, kinderlos, 2027) nur rund die Hälfte netto übrig bleibt. In einer Civey-Umfrage vom Januar 2026 fand jeder vierte Beschäftigte die bKV wertvoller als eine Gehaltserhöhung (PKV-Verband).

Quellen

  1. PKV-Verband: Betriebliche Krankenversicherung – Stand 31.12.2025, abgerufen 18.10.2026
  2. BMF-Schreiben vom 15.03.2022 – Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug (Kopie Hallesche) – IV C 5 - S 2334/19/10007 :007
  3. § 8 EStG – Einnahmen (50-Euro-Freigrenze) – abgerufen 18.10.2026
  4. § 1 SvEV – kein Arbeitsentgelt – abgerufen 18.10.2026
  5. Allianz: Betriebliche Krankenversicherung – Stand Januar 2026, abgerufen 18.10.2026
  6. LKH: LKH-TeamUpgrade – abgerufen 18.10.2026
  7. ottonova: CrewCare – abgerufen 18.10.2026
  8. SIGNAL IDUNA: Betriebliche Krankenversicherung – abgerufen 18.10.2026
  9. R+V: Betriebliche Krankenversicherung – abgerufen 18.10.2026
  10. § 87 BetrVG – Mitbestimmungsrechte – abgerufen 18.10.2026
  11. § 4 TzBfG – Verbot der Diskriminierung – abgerufen 18.10.2026
Redaktion bKV-Kosten.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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