Steuer

Betriebliche Krankenversicherung und Umsatzsteuer: Vorsteuer, Versicherungsteuer, Sachbezug

Für die Buchhaltung ist die bKV erfreulich schlicht: Auf der Beitragsrechnung steht weder Umsatzsteuer noch Versicherungsteuer. Hier steht, warum das so ist, was das für den Vorsteuerabzug bedeutet und wie der Sachbezug an Ihre Mitarbeitenden umsatzsteuerlich einzuordnen ist. Allgemeine Regeln, keine Steuerberatung im Einzelfall.

Redaktion bKV-Kosten.de Aktualisiert am 19. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Fällt auf die betriebliche Krankenversicherung Umsatzsteuer an?
  2. Versicherungsteuer: bei der bKV ebenfalls nicht fällig
  3. Kein Vorsteuerabzug – und warum das kein Nachteil ist
  4. Sachbezug und Umsatzsteuer: Ist die Weitergabe an Mitarbeitende steuerbar?
  5. Umsatzsteuer und Pauschalierung nach § 37b EStG
  6. Die bKV in der Steuerübersicht
  7. Buchung: bKV-Beiträge ohne Vorsteuer erfassen
Das Wichtigste in Kürze
  • Auf bKV-Beiträge fällt keine Umsatzsteuer an: Leistungen aufgrund eines Versicherungsverhältnisses sind steuerfrei (§ 4 Nr. 10 Buchst. a UStG).
  • Krankenversicherungen, die der Versorgung der versicherten Person dienen, sind auch von der Versicherungsteuer ausgenommen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. b VersStG) – nicht aber Unfallversicherungen.
  • Weil keine Umsatzsteuer berechnet wird, gibt es keinen Vorsteuerabzug (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG); der Beitrag ist voll Betriebsausgabe.
  • Die Weitergabe des Schutzes an Mitarbeitende ist als Verschaffung von Versicherungsschutz steuerfrei (§ 4 Nr. 10 Buchst. b UStG; UStAE Abschnitt 4.10.2).
  • Bei der Pauschalierung nach § 37b EStG ist die Bemessungsgrundlage einschließlich Umsatzsteuer – bei der bKV also der Beitrag.

Auf die betriebliche Krankenversicherung fällt keine Umsatzsteuer an: Leistungen aufgrund eines Versicherungsverhältnisses sind steuerfrei (§ 4 Nr. 10 Buchst. a UStG), und Krankenversicherungen sind zusätzlich von der Versicherungsteuer ausgenommen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. b VersStG). Einen Vorsteuerabzug gibt es deshalb nicht. Auch die Weitergabe des Schutzes an Mitarbeitende ist als Verschaffung von Versicherungsschutz steuerfrei (§ 4 Nr. 10 Buchst. b UStG). Stand: Oktober 2026 – keine Steuerberatung im Einzelfall.

Fällt auf die betriebliche Krankenversicherung Umsatzsteuer an?

Nein. Das Umsatzsteuergesetz stellt „die Leistungen auf Grund eines Versicherungsverhältnisses im Sinne des Versicherungsteuergesetzes“ steuerfrei – ausdrücklich auch dann, „wenn die Zahlung des Versicherungsentgelts nicht der Versicherungsteuer unterliegt“ (§ 4 Nr. 10 Buchst. a UStG). Der Versicherer berechnet Ihnen für den bKV-Gruppenvertrag deshalb keine Umsatzsteuer. Die Beitragsrechnung weist den reinen Beitrag aus, zum Beispiel 18,90 bis 22,90 € je Mitarbeiter und Monat für ein 600-€-Gesundheitsbudget (Allianz, LKH, ottonova; abgerufen 18.10.2026).

Für Sie hat das einen angenehmen Nebeneffekt: Der Beitrag, den Sie in Angeboten sehen, ist der Betrag, der am Ende auch Ihren Gewinn mindert. Es gibt keine Steueraufschläge, die Sie zusätzlich einplanen müssten.

Versicherungsteuer: bei der bKV ebenfalls nicht fällig

Viele Versicherungen sind zwar umsatzsteuerfrei, kosten aber Versicherungsteuer. Für Krankenversicherungen gibt es eine eigene Ausnahme. Von der Besteuerung ausgenommen ist das Versicherungsentgelt für eine Versicherung, durch die Ansprüche „im Fall der Krankheit, der Pflegebedürftigkeit, der Berufs- oder der Erwerbsunfähigkeit“ begründet werden, sofern diese Ansprüche „der Versorgung der natürlichen Person, bei der sich das versicherte Risiko realisiert (Risikoperson)“, oder ihrer nahen Angehörigen dienen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. b VersStG). Das trifft auf die bKV zu: Versichert und leistungsberechtigt sind Ihre Mitarbeitenden.

Achtung bei Unfall-BausteinenDie Ausnahme „gilt nicht für die Unfallversicherung, die Haftpflichtversicherung und sonstige Sachversicherungen“ (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 VersStG). Manche Anbieter ergänzen die bKV um Unfallbausteine – SIGNAL IDUNA etwa um UnfallPrivat+ für 1,66 € im Monat (Versichererangabe, 18.10.2026). Prüfen Sie den Steuerausweis auf der Rechnung.

Kein Vorsteuerabzug – und warum das kein Nachteil ist

Vorsteuer abziehen können Unternehmer nur für „die gesetzlich geschuldete Steuer für Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer für sein Unternehmen ausgeführt worden sind“, und nur mit einer ordnungsgemäßen Rechnung (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG). Da auf bKV-Beiträge keine Umsatzsteuer anfällt, gibt es schlicht nichts abzuziehen.

Ein Nachteil ist das nicht: Sie zahlen ja auch keine Umsatzsteuer, die Sie sich zurückholen müssten. Der Beitrag ist in voller Höhe Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 4 EStG; Hallesche, Beratungsblatt 01/2022). Bei Nebenkosten rund um die bKV – etwa Software oder externe Beratung – kann die Umsatzsteuer dagegen eine Rolle spielen. Lassen Sie diese Posten von Ihrem Steuerberater zuordnen, denn für Leistungen, die für steuerfreie Umsätze verwendet werden, ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen (§ 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG).

Besonders interessant ist das für Arbeitgeber, die selbst keine oder nur eingeschränkt Vorsteuer abziehen können – etwa Unternehmen mit überwiegend umsatzsteuerfreien Umsätzen im Gesundheits- und Sozialwesen (§ 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG) oder Kleinunternehmer. Bei vielen anderen Benefits, die mit Umsatzsteuer eingekauft werden, bleibt diese für sie ein echter Kostenfaktor. Bei der bKV gibt es diesen Unterschied nicht: Der Beitrag kostet alle Arbeitgeber gleich viel, ob mit oder ohne Vorsteuerabzug. Gerade Pflegedienste, Praxen oder Vereine erhalten damit für jeden Euro Budget den vollen Gegenwert an Versicherungsschutz. Welche Bausteine in der Pflegebranche gefragt sind, zeigt der Ratgeber Mitarbeiter-Benefits in der Pflege.

Sachbezug und Umsatzsteuer: Ist die Weitergabe an Mitarbeitende steuerbar?

Unentgeltliche Leistungen eines Unternehmers „für den privaten Bedarf seines Personals“ können einer sonstigen Leistung gegen Entgelt gleichgestellt sein (§ 3 Abs. 9a Nr. 2 UStG). Für die bKV stellt sich deshalb die Frage, ob der Versicherungsschutz für Ihre Mitarbeitenden eine umsatzsteuerbare Leistung ist. Die Antwort fällt beruhigend aus: Selbst wenn man das annimmt, ist sie steuerfrei. Denn steuerfrei sind auch „die Leistungen, die darin bestehen, dass anderen Personen Versicherungsschutz verschafft wird“ (§ 4 Nr. 10 Buchst. b UStG).

Was „Verschaffung von Versicherungsschutz“ heißt, erläutert der Umsatzsteuer-Anwendungserlass: Sie liegt vor, wenn ein Unternehmer mit einem Versicherungsunternehmen einen Versicherungsvertrag zugunsten eines Dritten abschließt; der Begriff umfasst alle Versicherungsarten, auch die Krankenversicherung. Der Dritte muss im Versicherungsfall die Versicherungsleistung fordern können (Abschnitt 4.10.2 UStAE). Nicht ausreichend ist ein Rahmenvertrag, der Mitarbeitenden nur erlaubt, selbst zu günstigeren Konditionen abzuschließen. Für die bKV als Gruppenvertrag mit dem Unternehmen als Versicherungsnehmer passt die Befreiung damit genau.

Umsatzsteuer und Pauschalierung nach § 37b EStG

Bei der Pauschalierung nach § 37b EStG sind Bemessungsgrundlage „die Aufwendungen des Steuerpflichtigen einschließlich Umsatzsteuer“ (§ 37b Abs. 1 Satz 2 EStG). Bei Sachgeschenken mit Umsatzsteuer erhöht das die Pauschsteuer. Bei der bKV nicht: Ohne Umsatzsteuer auf dem Beitrag ist die Bemessungsgrundlage schlicht der Beitrag. Bei 68 € im Monat sind das 30 % = 20,40 € Pauschsteuer zuzüglich Soli. Wann sich die Pauschalierung lohnt, vergleicht der Ratgeber bKV über 50 €: Pauschalversteuerung.

Die bKV in der Steuerübersicht

Steuerarten bei der arbeitgeberfinanzierten bKV nach UStG, VersStG und EStG, abgerufen 19.10.2026; allgemeine Übersicht, keine Steuerberatung im Einzelfall.
SteuerartbKV-BeitragFundstelle
Umsatzsteuer auf den Beitragkeine§ 4 Nr. 10 Buchst. a UStG
Versicherungsteuerkeine (nicht für Unfall-, Haftpflicht-, Sachversicherung)§ 4 Abs. 1 Nr. 5 VersStG
Vorsteuerabzugkeiner – nichts berechnet§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG
Umsatzsteuer auf den Sachbezug an Mitarbeitendekeine (Verschaffung von Versicherungsschutz)§ 4 Nr. 10 Buchst. b UStG; Abschnitt 4.10.2 UStAE
Lohnsteuer und Sozialversicherungfrei bis 50 € im Monat als Sachbezug§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG; § 1 SvEV
Ertragsteuer beim ArbeitgeberBetriebsausgabe§ 4 Abs. 4 EStG

Buchung: bKV-Beiträge ohne Vorsteuer erfassen

In der Finanzbuchhaltung buchen Sie bKV-Beiträge deshalb ohne Vorsteuerschlüssel. Für die Gegenbuchung von Sachbezügen aus der Lohnabrechnung sieht der DATEV-Kontenrahmen 2026 Konten wie „Verrechnete sonstige Sachbezüge ohne Umsatzsteuer“ vor (SKR 03: 8614, SKR 04: 4949). Ob und wie Sie diese nutzen, legt Ihr Steuerberater im Kontenplan fest. Die Kontenbezeichnungen für Aufwand, Pauschalsteuer und Sozialabgaben stellt der Ratgeber bKV buchen in SKR 03 und SKR 04 zusammen.

Die Grundlagen zur Lohnsteuer stehen im Hub bKV und Steuer. Was die bKV für Ihr Team kostet, rechnet der bKV-Kostenrechner – und den Kostenkorridor mit Netto-Vergleich liefert der kostenlose bKV-Angebots-Check.

Häufige Fragen

Fällt auf die betriebliche Krankenversicherung Umsatzsteuer an?

Nein. Leistungen aufgrund eines Versicherungsverhältnisses im Sinne des Versicherungsteuergesetzes sind umsatzsteuerfrei – auch dann, wenn die Zahlung des Versicherungsentgelts nicht der Versicherungsteuer unterliegt (§ 4 Nr. 10 Buchst. a UStG). Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.

Kann ich aus bKV-Beiträgen Vorsteuer ziehen?

Nein. Abziehbar ist nur die gesetzlich geschuldete Umsatzsteuer aus einer ordnungsgemäßen Rechnung (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG). Auf bKV-Beiträge wird keine Umsatzsteuer berechnet – es gibt also nichts abzuziehen. Der Beitrag ist in voller Höhe Betriebsausgabe.

Ist der bKV-Sachbezug an Mitarbeitende umsatzsteuerpflichtig?

Nach dem Gesetz ist die Verschaffung von Versicherungsschutz für andere Personen steuerfrei (§ 4 Nr. 10 Buchst. b UStG). Sie liegt nach dem Umsatzsteuer-Anwendungserlass vor, wenn der Unternehmer einen Versicherungsvertrag zugunsten eines Dritten abschließt und dieser die Versicherungsleistung fordern kann (Abschnitt 4.10.2 UStAE) – genau das ist bei der bKV als Gruppenvertrag der Fall.

Fällt auf die bKV Versicherungsteuer an?

Auf Krankenversicherungen in der Regel nicht: Ausgenommen ist das Versicherungsentgelt für Versicherungen im Fall der Krankheit oder Pflegebedürftigkeit, wenn sie der Versorgung der versicherten Person dienen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. b VersStG). Für Unfall-, Haftpflicht- und Sachversicherungen gilt diese Ausnahme ausdrücklich nicht.

Was gilt bei Unfall-Bausteinen in der bKV?

Manche Anbieter ergänzen die bKV um Unfallbausteine, etwa SIGNAL IDUNA mit UnfallPrivat+ (1,66 € im Monat, Versichererangabe 18.10.2026). Für Unfallversicherungen greift die Ausnahme von der Versicherungsteuer nicht (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 VersStG). Prüfen Sie deshalb den Steuerausweis auf der Beitragsrechnung.

Quellen

  1. § 4 UStG – Steuerbefreiungen (Nr. 10 Buchst. a und b) – abgerufen 19.10.2026
  2. § 3 UStG – Lieferung, sonstige Leistung (Abs. 9a) – abgerufen 19.10.2026
  3. § 15 UStG – Vorsteuerabzug – abgerufen 19.10.2026
  4. § 4 VersStG – Ausnahmen von der Besteuerung (Abs. 1 Nr. 5) – abgerufen 19.10.2026
  5. Umsatzsteuer-Anwendungserlass, Abschnitt 4.10.2 – Verschaffung von Versicherungsschutz (Wiedergabe steuerschroeder.de, Sekundärquelle) – abgerufen 19.10.2026
  6. § 37b EStG – Pauschalierung bei Sachzuwendungen (Abs. 1 Satz 2) – abgerufen 19.10.2026
  7. DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04, gültig für 2026 (Art.-Nr. 11174, 11175) – abgerufen 19.10.2026
  8. Hallesche: Steuerliche Behandlung der bKV (Beratungsblatt BGR 237) – Stand 01/2022
  9. Allianz: Betriebliche Krankenversicherung (Budgettarif MeineGesundheit) – Stand Januar 2026, abgerufen 18.10.2026
  10. LKH: TeamUpgrade (bKV-Budgettarife) – abgerufen 18.10.2026
  11. ottonova: CrewCare (bKV-Budgettarif) – abgerufen 18.10.2026
Redaktion bKV-Kosten.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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