Inhalt (7 Abschnitte)
- bKV und bAV: die Unterschiede auf einen Blick
- Warum die 50-€-Freigrenze nur für die bKV gilt
- Entgeltumwandlung: bei der bAV gesetzlich, bei der bKV nicht empfehlenswert
- bKV und bAV kombinieren: ein Rechenbeispiel
- Was zuerst? bKV und bAV aus Arbeitgebersicht
- bKV und bAV beim Ausscheiden und im Ruhestand
- Vorsorge für Sie als Inhaber: die PKV denkt das Alter mit
- Die bKV sichert Gesundheitsleistungen heute ab und ist als Sachbezug bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, § 1 SvEV).
- Die bAV ist Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung (§ 1 BetrAVG); Arbeitgeberbeiträge sind bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG) – 2026 bis 8.112 € im Jahr, sozialversicherungsfrei bis 4.056 €.
- Für bAV-Beiträge gilt die 50-€-Freigrenze nicht (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 29) – bKV und bAV konkurrieren also nicht um denselben Topf.
- Auf eine bAV durch Entgeltumwandlung haben Beschäftigte einen gesetzlichen Anspruch (§ 1a BetrAVG); auf eine bKV nicht.
- Ein Paket aus 600-€-bKV (Mittel 21,83 €) und 50 € bAV-Arbeitgeberbeitrag kostet 71,83 € je Mitarbeiter und Monat – beide Teile steuerlich begünstigt.
bKV und bAV sind zwei verschiedene Arbeitgeberleistungen: Die betriebliche Krankenversicherung sichert Gesundheitsleistungen heute ab und ist als Sachbezug bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei; die betriebliche Altersversorgung baut Vorsorge fürs Alter auf und ist bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG). Für bAV-Beiträge gilt die 50-€-Freigrenze nicht (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 29) – beide lassen sich kombinieren (Stand Oktober 2026).
bKV und bAV: die Unterschiede auf einen Blick
Die betriebliche Altersversorgung ist gesetzlich definiert: Werden einem Arbeitnehmer „Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass seines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber zugesagt“, gilt das Betriebsrentengesetz (§ 1 Abs. 1 Satz 1 BetrAVG). Die bKV fällt nicht darunter – sie ist eine private Krankenzusatzversicherung im Gruppenvertrag.
| Merkmal | bKV | bAV |
|---|---|---|
| Zweck | Gesundheitsleistungen heute: Zahn, Brille, Vorsorge, Krankenhaus | Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung |
| Rechtsgrundlage | Versicherungsvertrag (Gruppenvertrag) | Betriebsrentengesetz |
| Anspruch der Beschäftigten | kein gesetzlicher Anspruch | Anspruch auf Entgeltumwandlung bis 4 % der BBG (§ 1a BetrAVG) |
| Lohnsteuer | Sachbezug, frei bis 50 € im Monat mit anderen Sachbezügen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) | frei bis 8 % der BBG Rentenversicherung (§ 3 Nr. 63 EStG) |
| Sozialversicherung | frei, wenn lohnsteuerfrei und zusätzlich zum Lohn (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV) | frei bis 4 % der BBG Rentenversicherung (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV) |
| Grenze 2026 | 50 € im Monat | 8.112 € im Jahr steuerfrei, davon 4.056 € beitragsfrei |
| Grenze 2027 | 50 € im Monat | 8.496 € im Jahr steuerfrei, davon 4.248 € beitragsfrei |
| 50-€-Freigrenze | gilt | gilt nicht (BMF Rn. 29) |
| Wirkung | sofort, im Alltag sichtbar | langfristig, im Ruhestand |
Die Grenzen der bAV ergeben sich aus der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung: 8.450 € im Monat 2026, laut Kabinettsbeschluss 8.850 € im Monat 2027 (Bundesrat ausstehend). Wie die bKV insgesamt funktioniert, erklärt der Pillar-Artikel Betriebliche Krankenversicherung.
Warum die 50-€-Freigrenze nur für die bKV gilt
Die bKV ist steuerlich ein Sachbezug: Die Gewährung von Kranken-, Krankentagegeld- oder Pflegeversicherungsschutz bei Abschluss und Beitragszahlung durch den Arbeitgeber ist Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6). Deshalb gilt für sie die Freigrenze von 50 € im Kalendermonat (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).
Für die bAV hat das Bundesfinanzministerium das ausdrücklich ausgeschlossen. Laufende Beiträge und Zuwendungen des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung führen zu Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG. „Diese spezialgesetzliche Regelung schließt eine Bewertung der entsprechenden Beiträge und Zuwendungen nach § 8 Absatz 2 Satz 1 EStG aus … Die 50 €-Freigrenze … ist daher nicht anwendbar“ (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 29).
Die gute Nachricht für Ihr Benefit-PaketbKV und bAV konkurrieren nicht um denselben Topf. Ein bAV-Beitrag verbraucht nichts von den 50 € – Sie können die bKV voll ausschöpfen und zusätzlich die Spielräume des § 3 Nr. 63 EStG nutzen.
Welche Sachbezüge sich die 50 € teilen, zeigt der 50-Euro-Check; alle Steuerregeln der bKV erklärt der Hub bKV und Steuer.
Entgeltumwandlung: bei der bAV gesetzlich, bei der bKV nicht empfehlenswert
Bei der bAV können Beschäftigte verlangen, dass ein Teil ihres künftigen Entgelts – bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze – in eine Altersversorgung umgewandelt wird (§ 1a Abs. 1 BetrAVG). Der Arbeitgeber muss dann 15 % des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Zuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder die Direktversicherung weiterleiten (§ 1a Abs. 1a BetrAVG), soweit er Sozialversicherungsbeiträge einspart.
Bei der bKV ist es umgekehrt: Ein Anspruch auf Entgeltumwandlung besteht nicht, und sie ist auch nicht ratsam. Beitragsfrei in der Sozialversicherung sind nur Zuwendungen, die „zusätzlich zu Löhnen oder Gehältern“ gewährt werden (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV); für zweckgebundene Karten schließt das BMF den steuerlichen Vorteil bei Gehaltsumwandlung ausdrücklich aus (Rn. 4). Die bKV gehört deshalb in das arbeitgeberfinanzierte Modell – mehr dazu im Ratgeber bKV per Entgeltumwandlung. Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.
bKV und bAV kombinieren: ein Rechenbeispiel
Weil beide eigene steuerliche Spielräume haben, lassen sie sich gut zu einem Paket verbinden. Ein Beispiel mit einem 600-€-Gesundheitsbudget und einem arbeitgeberfinanzierten bAV-Beitrag von 50 € im Monat:
| Baustein | je Mitarbeiter und Monat | 10 Mitarbeitende pro Jahr | Steuerregel |
|---|---|---|---|
| bKV, 600-€-Budget | 21,83 € | 2.619,60 € | Sachbezug, 50-€-Freigrenze |
| bAV, Arbeitgeberbeitrag | 50,00 € | 6.000,00 € | § 3 Nr. 63 EStG |
| Paket gesamt | 71,83 € | 8.619,60 € | beide Teile steuerlich begünstigt |
Im 50-€-Topf bleiben in diesem Beispiel noch 28,17 € für weitere Sachbezüge wie eine Tankkarte. Was die bKV für Ihr Team kostet, rechnet der bKV-Kostenrechner.
Was zuerst? bKV und bAV aus Arbeitgebersicht
bKV: sofort spürbar
Die bKV wirkt ab dem ersten Monat – bei der nächsten Brille oder Zahnrechnung. Sie erreicht alle Altersgruppen und ist im Recruiting gut erklärbar. Für 45 % der Befragten ist sie wichtiger als andere Firmen-Extras (Civey/PKV-Verband, Januar 2026).
bAV: langfristig bindend
Die bAV ist ein Versprechen für den Ruhestand. Auf die Entgeltumwandlung haben Beschäftigte ohnehin einen Anspruch – ein Arbeitgeberbeitrag darüber hinaus wertet sie auf.
Viele Arbeitgeber starten mit der bKV, weil sie sichtbar ist und wenig kostet, und ergänzen die bAV gezielt. Beide zusammen zeigen: Sie denken an die Gesundheit Ihres Teams heute und an die Absicherung morgen. Weitere Benefits mit Steuerregel finden Sie unter Mitarbeiter-Benefits: 15 Ideen.
bKV und bAV beim Ausscheiden und im Ruhestand
Auch beim Ausscheiden unterscheiden sich beide. Die bKV endet mit dem Arbeitsverhältnis, lässt sich aber bei vielen Anbietern privat und ohne Gesundheitsprüfung weiterführen – bei R+V ausdrücklich auch bei Renteneintritt. Die bAV folgt den Regeln des Betriebsrentengesetzes zu Anwartschaften und Leistungen im Alter. Was mit der bKV im Ruhestand passiert, beschreibt der Ratgeber bKV bei Renteneintritt.
Vorsorge für Sie als Inhaber: die PKV denkt das Alter mit
Für Sie als Inhaber oder Geschäftsführer gibt es eine dritte Säule, die Gesundheit und Alter verbindet: die private Krankenversicherung. Sie hat Vorsorge fürs Alter eingebaut – Alterungsrückstellungen, Ende 2025 insgesamt 355,4 Mrd. € (PKV-Verband), und der gesetzliche 10-%-Zuschlag dämpfen die Beiträge ab 65 (§§ 149, 150 VAG). Selbstständige und nicht abhängig beschäftigte Gesellschafter-Geschäftsführer können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern. Ihre Optionen beschreibt der Ratgeber bKV für Gesellschafter-Geschäftsführer; Kostenkorridor fürs Team zeigt der kostenlose bKV-Angebots-Check.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen bKV und bAV?
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber als Gruppenvertrag abschließt – für Gesundheitsleistungen heute. Die betriebliche Altersversorgung (bAV) sind Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass des Arbeitsverhältnisses (§ 1 Abs. 1 BetrAVG). Steuerlich gelten für beide unterschiedliche Regeln.
Gilt die 50-Euro-Freigrenze auch für die bAV?
Nein. Laufende Beiträge des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung führen zu Arbeitslohn nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG; diese Spezialregel schließt die Bewertung als Sachbezug aus – „die 50 €-Freigrenze … ist daher nicht anwendbar“ (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 29). Für die bAV gilt stattdessen § 3 Nr. 63 EStG.
Kann man bKV und bAV kombinieren?
Ja, und das ist steuerlich sinnvoll, weil beide eigene Spielräume haben: die bKV als Sachbezug bis 50 € im Monat, die bAV bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG), davon 4 % sozialversicherungsfrei (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV). Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.
Haben Mitarbeitende Anspruch auf bKV oder bAV?
Auf eine bAV durch Entgeltumwandlung ja: Beschäftigte können verlangen, dass bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze aus künftigem Entgelt umgewandelt werden (§ 1a Abs. 1 BetrAVG); der Arbeitgeber muss dann in der Regel 15 % des umgewandelten Betrags zuschießen (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Einen gesetzlichen Anspruch auf eine bKV gibt es dagegen nicht – sie ist eine freiwillige Leistung.
Was ist besser: bKV oder bAV?
Das hängt vom Ziel ab. Die bKV wirkt sofort und ist im Alltag sichtbar – bei der nächsten Brille oder Zahnrechnung; die bAV wirkt im Alter. Viele Arbeitgeber kombinieren beides, weil die steuerlichen Spielräume sich nicht überschneiden. Für jeden Vierten ist die bKV sogar wertvoller als eine Gehaltserhöhung (Civey/PKV-Verband, Januar 2026).
Quellen
- BMF-Schreiben vom 15.03.2022 – Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug (Kopie Hallesche) – Rn. 4, 6 und 29
- § 1 BetrAVG – Zusage des Arbeitgebers auf betriebliche Altersversorgung – abgerufen 19.10.2026
- § 1a BetrAVG – Anspruch auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung – abgerufen 19.10.2026
- § 3 Nr. 63 EStG – steuerfreie Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung – abgerufen 19.10.2026
- § 8 EStG – Einnahmen (50-Euro-Freigrenze) – abgerufen 18.10.2026
- § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 9 SvEV – kein Arbeitsentgelt – abgerufen 19.10.2026
- Bundesregierung: Beitragsbemessungsgrenzen 2027 (Kabinettsbeschluss) – 07.10.2026, Bundesrat ausstehend
- PKV-Verband: Betriebliche Krankenversicherung (Civey-Umfrage) – abgerufen 18.10.2026
- Allianz: Betriebliche Krankenversicherung – Stand Januar 2026, abgerufen 18.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.