Lohnabrechnung

Betriebliche Krankenversicherung in DATEV Lohn und Gehalt und LODAS: so gehen Lohnbüros vor

Für Lohnbüros und Steuerkanzleien ist die bKV vor allem eine Frage der richtigen Lohnart. Hier beschreiben wir anhand veröffentlichter Unterlagen der Hallesche, wie die bKV in DATEV LODAS und Lohn und Gehalt erfasst wird – ohne Lohnart-Nummern zu erfinden. Beschreibend, keine Anleitung von DATEV und keine Steuerberatung im Einzelfall.

Redaktion bKV-Kosten.de Aktualisiert am 19. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. bKV in DATEV Lohn und Gehalt und LODAS: das Prinzip
  2. In LODAS: neue Lohnart anlegen
  3. Welche Kennzeichen je Steuerweg?
  4. In DATEV Lohn und Gehalt
  5. Nettoabzug, Zahlung an den Versicherer und Buchung
  6. Andere Lohnprogramme: Sage, SAP, Lexware
  7. Checkliste für Lohnbüros und Steuerkanzleien
Das Wichtigste in Kürze
  • Die bKV wird in DATEV-Lohnprogrammen über eine eigene Lohnart abgerechnet – mit den Steuer- und SV-Kennzeichen des gewählten Steuerwegs und einem gleich hohen Nettoabzug.
  • Für LODAS beschreibt die Hallesche die Anlage einer neuen Lohnart über „Mandantendaten“ und „Lohnarten“ und nennt für einen Netto-Festbezug die Stammlohnart 230 (monatlich) bzw. 231 (jährlich) (Informationsblatt VBH 5, 03/2023).
  • In der Musterabrechnung der Hallesche ist der Sachbezug als steuerfrei und sozialversicherungsfrei gekennzeichnet, § 40 als pauschal und SV-frei, § 37b als pauschal und SV-pflichtig, der Nettolohn als laufender Bezug.
  • Konkrete Lohnart-Nummern unterscheiden sich je nach Programm und Mandant – maßgeblich ist das aktuelle Lohnartenverzeichnis.
  • Damit die bKV beitragsfrei bleibt, muss sie in der Abrechnung des jeweiligen Monats erfasst werden (§ 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV).

In DATEV Lohn und Gehalt und LODAS wird die betriebliche Krankenversicherung über eine eigene Lohnart abgerechnet: als steuer- und sozialversicherungsfreier Sachbezug mit gleich hohem Nettoabzug oder – je nach Steuerweg – als pauschal versteuerter Bezug oder Nettolohn. Für LODAS beschreibt die Hallesche die Anlage einer neuen Lohnart über „Mandantendaten“ und „Lohnarten“ (Informationsblatt 03/2023); welche Standard-Lohnart passt, steht im aktuellen Lohnartenverzeichnis. Stand: Oktober 2026 – beschreibend, keine Steuerberatung im Einzelfall.

HinweisDATEV, LODAS, Lexware und Sage sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber. Wir nennen sie nur beschreibend; diese Seite ist keine Anleitung der Hersteller. Lohnart-Nummern nennen wir nur, wenn sie in einer veröffentlichten Unterlage stehen.

bKV in DATEV Lohn und Gehalt und LODAS: das Prinzip

Beide DATEV-Lohnprogramme folgen bei der bKV derselben Logik, die sich aus dem Steuer- und Sozialversicherungsrecht ergibt:

  • Eigene Lohnart: Der bKV-Beitrag bekommt eine eigene Lohnart mit klarer Bezeichnung, zum Beispiel „bKV – Sachbezug bis 50 €“. Sachbezüge sind im Lohnkonto einzeln zu bezeichnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 3 LStDV).
  • Richtige Kennzeichen: Die Lohnart steuert, ob der Betrag steuerfrei, pauschal oder individuell versteuert und ob er sozialversicherungsfrei oder -pflichtig behandelt wird.
  • Nettoabzug: Weil der Mitarbeiter keinen Geldbetrag erhält, wird der Beitrag im Netto wieder abgezogen.
  • Monatliche Erfassung: Beim Sachbezug wird die bKV in jeder Monatsabrechnung erfasst – Voraussetzung für die Beitragsfreiheit (§ 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV).

Welcher Steuerweg für Ihren Mandanten passt, erklären die Ratgeber Ist die bKV steuerfrei? und bKV über 50 €.

In LODAS: neue Lohnart anlegen

Die Hallesche hat für LODAS ein Informationsblatt veröffentlicht („Information zur Einrichtung einer neuen Lohnart für die Beiträge der bKV im LODAS“, VBH 5, Stand 03/2023). Es beschreibt den Ablauf so:

1. Neue Lohnart anlegen

Unter „Mandantendaten“ den Bereich „Lohnarten“ wählen und eine neue Lohnart erfassen. Die Nummer sinnvoll vergeben, etwa fortlaufend; die Bezeichnung frei wählen, z. B. „bKV-Beitrag“.

2. Stammlohnart ermitteln

Aus der Übersicht der Stammlohnarten die passende wählen. Für einen Netto-Festbezug nennt die Hallesche die Stammlohnart 230 bei monatlicher und 231 bei jährlicher Abrechnung (200er-Stammlohnarten für Festbezüge).

3. Inhalte hinterlegen

Innerhalb der Stammlohnart die Einstellungen hinterlegen – das Infoblatt zeigt sie mit Abbildungen.

4. In der Abrechnung ansteuern

Die neue Lohnart in der Gehaltsabrechnung des Mitarbeiters ansteuern und den bKV-Beitrag eingeben.

Wichtig zur Einordnung: Das Infoblatt bezieht sich ausdrücklich auf die Nettolohnverbeitragung, also die Variante, in der der Beitrag als Nettobezug behandelt wird. Für den steuer- und beitragsfreien Sachbezug oder die Pauschalierung braucht die Lohnart andere Kennzeichen. Prüfen Sie die Stammlohnart deshalb immer im aktuellen Lohnartenverzeichnis Ihres Programms.

Welche Kennzeichen je Steuerweg?

Die Musterabrechnung der Hallesche (DATEV-Probeabrechnungen, Januar 2020) zeigt die vier Varianten nebeneinander. Laut Legende der Abrechnung steht „F“ für frei, „P“ für Pauschalierung, „L“ für laufenden Bezug, „E“ für Einmalbezug und „J“ für „Bestandteil des Gesamt-Bruttos“:

Kennzeichnung der bKV-Lohnarten in der Musterabrechnung der Hallesche (DATEV-Probeabrechnungen, Januar 2020), Spalten Steuer / Sozialversicherung / Gesamtbrutto; beschreibend, keine Steuerberatung im Einzelfall.
VarianteSteuerSozialversicherungGesamtbruttoNettoabzug in der Musterabrechnung
Sachbezug bis 50 €F (frei)F (frei)J„bKV-Beitrag < 50 €“
Pauschal § 40 Abs. 1 EStGP (Pauschalierung)F (frei)J„bKV Beitrag VJ/HJ/Jahr“
Pauschal § 37b EStGP (Pauschalierung)E (Einmalbezug)J„Sachbezug netto – bKV“
NettolohnL (laufend)L (laufend)J„Nettolohn – bKV“

Die Musterabrechnung verwendet für die Lohnarten Nummern eines Beispielmandanten; diese übernehmen wir bewusst nicht, weil sie je Mandant vergeben werden können. In der Variante § 37b zeigt die Hallesche zusätzlich Zeilen für vom Arbeitgeber übernommene Sozialabgaben des Mitarbeiters und die Steuer darauf – eine Gestaltung, die selbst wieder Arbeitslohn ist.

In DATEV Lohn und Gehalt

Für DATEV Lohn und Gehalt gilt dasselbe Prinzip: eine Lohnart mit der Steuer- und Sozialversicherungsbehandlung des gewählten Wegs plus ein Nettoabzug. Ob Sie dafür eine Standard-Lohnart nutzen oder eine eigene Lohnart anlegen, hängt von den Mandanteneinstellungen ab. Eine veröffentlichte Versicherer-Anleitung speziell für Lohn und Gehalt lag uns nicht vor; maßgeblich sind das Lohnartenverzeichnis und die Programmhilfe. Erfassen Sie zusätzlich alle anderen Sachbezüge der Person über eigene Lohnarten, damit die Summe für die 50-€-Freigrenze nachvollziehbar bleibt (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).

Festbezug statt Einzeleingabe

Die Hallesche ordnet den bKV-Beitrag in ihrem LODAS-Infoblatt den Festbezügen zu. Der praktische Vorteil eines Festbezugs: Er läuft jeden Monat automatisch mit, ohne dass jemand daran denken muss. Das erleichtert die monatliche Erfassung, an die die Beitragsfreiheit geknüpft ist. Ändert sich etwas – Eintritt, Austritt, Wechsel der Budgetstufe oder eine Beitragsanpassung des Versicherers –, passen Sie den Festbezug in den Stammdaten an. Prüfen Sie zum Jahreswechsel außerdem, ob der Versicherer neue Beiträge mitgeteilt hat: Allianz etwa weist darauf hin, dass ab 01.01.2027 bei einzelnen Branchen abweichende Beiträge möglich sind (Versichererangabe, abgerufen 18.10.2026).

Nettoabzug, Zahlung an den Versicherer und Buchung

Der Versicherer erhält den Beitrag direkt vom Unternehmen – meist per Lastschrift nach Beitragsliste. Die Lohnabrechnung bildet den Vorgang für Lohnkonto, Meldungen und Entgeltbescheinigung ab. Damit der Beitrag nicht doppelt als Aufwand erscheint, stimmen Lohn- und Finanzbuchhaltung ab, wo die Aufwandsbuchung entsteht. Welche Kontenbezeichnungen der DATEV-Kontenrahmen 2026 dafür vorsieht, zeigt bKV buchen in SKR 03 und SKR 04.

Andere Lohnprogramme: Sage, SAP, Lexware

Die Hallesche stellt auf ihrer Steuerinfoseite zur bKV neben dem DATEV-Informationsblatt auch Unterlagen für Sage und zur Einrichtung einer Lohnart in SAP bereit (abgerufen 19.10.2026). Für Lexware und andere Programme gilt das gleiche Vorgehen: eigene Lohnart, passende Steuer- und SV-Behandlung, Nettoabzug, monatliche Erfassung. Die Hallesche bietet außerdem auf Wunsch eine Vorlage für eine Anrufungsauskunft beim Betriebsstättenfinanzamt an (Beratungsblatt 01/2022). Fragen Sie bei Angeboten ruhig nach, welche Unterstützung der Versicherer für die Lohnabrechnung bereitstellt.

Checkliste für Lohnbüros und Steuerkanzleien

  • Steuerweg mit dem Mandanten festgelegt und dokumentiert (Versorgungsordnung oder Betriebsvereinbarung).
  • Lohnart mit passenden Kennzeichen angelegt und im aktuellen Lohnartenverzeichnis geprüft.
  • Nettoabzug in Höhe des Beitrags hinterlegt; Auszahlungsbetrag beim Sachbezug unverändert.
  • Alle Sachbezüge je Mitarbeiter erfasst, Summe höchstens 50 € im Monat.
  • Bei § 40: Antrag auf Pauschalierung gestellt, Grenze von 1.000 € je Mitarbeiter und Jahr beachtet.
  • Bei § 37b: Pauschsteuer in der Lohnsteuer-Anmeldung, Sozialabgaben berücksichtigt, Mitarbeitende informiert.
  • Beitragsliste des Versicherers monatlich mit der Abrechnung abgeglichen.

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Häufige Fragen

Wie lege ich die bKV in DATEV an?

Über eine eigene Lohnart mit den Steuer- und Sozialversicherungskennzeichen des gewählten Steuerwegs und einen gleich hohen Nettoabzug. Für LODAS beschreibt die Hallesche den Weg über „Mandantendaten“ und „Lohnarten“ mit Auswahl einer passenden Stammlohnart (Informationsblatt 03/2023). Beschreibend, keine Steuerberatung im Einzelfall.

Welche Lohnart nutze ich für die bKV in LODAS?

Das hängt vom Steuerweg ab. Für die Nettolohnverbeitragung nennt die Hallesche die Stammlohnart 230 bei monatlicher und 231 bei jährlicher Abrechnung. Für den steuerfreien Sachbezug oder die Pauschalierung wählen Sie die Lohnart mit den passenden Kennzeichen aus dem aktuellen Lohnartenverzeichnis – im Zweifel mit Ihrem Steuerberater oder dem DATEV-Support.

Wie wird der Nettoabzug für die bKV erfasst?

Als eigene Abzugszeile in Höhe des Beitrags, etwa „bKV-Beitrag“. Sie sorgt dafür, dass der Sachbezug nicht ausgezahlt wird; der Beitrag geht direkt vom Unternehmen an den Versicherer. Der Auszahlungsbetrag bleibt beim Sachbezug unverändert.

Kann ich die bKV in DATEV pauschal versteuern?

Ja, mit einer Lohnart, die als pauschal versteuert gekennzeichnet ist. Bei § 40 Abs. 1 EStG mit dem vom Finanzamt zugelassenen Pauschsteuersatz und ohne Sozialabgaben, bei § 37b EStG mit 30 % und sozialversicherungspflichtig. In der Musterabrechnung der Hallesche sind beide Varianten durchgespielt.

Gibt es eine offizielle Anleitung von DATEV zur bKV?

Diese Seite beschreibt das Vorgehen anhand veröffentlichter Unterlagen eines Versicherers (Hallesche) und der gesetzlichen Regeln. Für programmspezifische Einstellungen sind das Lohnartenverzeichnis und die Hilfe Ihres Lohnprogramms maßgeblich; Ihr Steuerberater oder Lohnbüro kennt die Mandanteneinstellungen.

Quellen

  1. Hallesche: DATEV-Informationsblatt – Einrichtung einer neuen Lohnart für die bKV in LODAS (VBH 5) – Stand 03/2023, abgerufen 19.10.2026
  2. Hallesche: Musterabrechnung bKV (DATEV-Probeabrechnungen, Januar 2020) – abgerufen 19.10.2026
  3. Hallesche: Steuerinfoseite bKV (Infoblätter DATEV, Sage, SAP; Musterabrechnung) – abgerufen 19.10.2026
  4. Hallesche: Steuerliche Behandlung der bKV (Beratungsblatt BGR 237) – Stand 01/2022
  5. § 1 SvEV – dem Arbeitsentgelt nicht zuzurechnende Zuwendungen – abgerufen 19.10.2026
  6. § 4 LStDV – Lohnkonto – abgerufen 19.10.2026
Redaktion bKV-Kosten.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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