Inhalt (10 Abschnitte)
- Was ist eine betriebliche Pflegeversicherung?
- Warum die betriebliche Pflegeversicherung das Benefit mit Zukunft ist
- Das Vorbild: CareFlex Chemie
- Leistungen und Bausteine einer betrieblichen Pflegeversicherung
- bKV, betriebliche Pflegeversicherung oder beides?
- Was kostet eine betriebliche Pflegeversicherung?
- Betriebliche Pflegeversicherung und Steuer
- Ohne Gesundheitsprüfung: warum das bei der Pflege besonders zählt
- Die betriebliche Pflegeversicherung einführen: sieben Prüfpunkte
- Und Ihre eigene Pflegeabsicherung als Inhaber?
- Die betriebliche Pflegeversicherung (bPV) ist eine Pflegezusatzversicherung, die der Arbeitgeber als Gruppenvertrag abschließt und bezahlt; Ende 2025 hatten 450.000 Beschäftigte eine bPV (PKV-Verband, Stand 31.12.2025).
- Über 76 % der Befragten sehen eine bPV als wertvolle Zuwendung des Arbeitgebers, 64 % halten sie sogar für wichtiger als andere Zusatzleistungen (Civey im Auftrag des PKV-Verbands, Januar 2026).
- Die tarifliche CareFlex Chemie zahlt seit 01.07.2021 im Pflegefall 1.000 € im Monat bei stationärer Pflege (Pflegegrade 2 bis 5) und 300 € bei ambulanter Pflege (Pflegegrade 2 bis 4); 430.000 Beschäftigte wurden in vier Monaten ohne Gesundheitsprüfung versichert.
- Pflegeversicherungsschutz durch den Arbeitgeber ist Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6) – zusammen mit anderen Sachbezügen bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei; eine eigene steuerliche Förderung gibt es nicht.
- Im Pflegeheim lag der Eigenanteil am 01.07.2026 im ersten Jahr bei durchschnittlich 3.364 € im Monat (vdek).
Die betriebliche Pflegeversicherung (bPV) ist eine Pflegezusatzversicherung, die der Arbeitgeber als Gruppenvertrag für sein Team abschließt und bezahlt – in der Regel ohne Gesundheitsprüfung. Ende 2025 hatten 450.000 Beschäftigte eine bPV (PKV-Verband); als Sachbezug ist der Beitrag zusammen mit anderen Sachbezügen bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei (Stand Oktober 2026).
Was ist eine betriebliche Pflegeversicherung?
Die betriebliche Pflegeversicherung funktioniert wie die betriebliche Krankenversicherung: Ihr Unternehmen ist Versicherungsnehmer und zahlt die Beiträge, Ihre Mitarbeitenden sind die versicherten Personen. Statt Arzt- oder Zahnrechnungen sichert die bPV aber das Pflegerisiko ab. Typisch ist ein festes Pflegemonatsgeld: Wird eine versicherte Person pflegebedürftig, zahlt der Versicherer je nach Pflegegrad und Versorgungsform einen vereinbarten Betrag pro Monat – frei verwendbar, zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung.
Warum das wichtig ist: Die gesetzliche Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten. Im Pflegeheim lag der Eigenanteil, den Bewohnerinnen und Bewohner selbst zahlen, am 01.07.2026 im ersten Jahr bei durchschnittlich 3.364 € im Monat – 256 € mehr als ein Jahr zuvor, je nach Bundesland zwischen 2.891 € (Sachsen-Anhalt) und 3.761 € (Bremen) (vdek, 14.07.2026). Wie sich der Eigenanteil zusammensetzt, erklärt der Ratgeber zum Eigenanteil im Pflegeheim.
Die bPV wird oft zusammen mit einer bKV angeboten, manchmal als eigener Vertrag. Der PKV-Verband zählt beide gemeinsam: Über 2,8 Millionen Beschäftigte hatten Ende 2025 eine betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung, darunter 450.000 eine betriebliche Pflegeversicherung.
Warum die betriebliche Pflegeversicherung das Benefit mit Zukunft ist
Die Zustimmung unter Beschäftigten ist bemerkenswert hoch. In einer Civey-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands vom Januar 2026 sahen über 76 % der Befragten eine betriebliche Pflegeversicherung als wertvolle Zuwendung des Arbeitgebers, 64 % halten diese Absicherung sogar für wichtiger als andere Zusatzleistungen.
Was Beschäftigte von der bKV halten
Anteil der Befragten in Prozent – Civey-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands, Januar 2026
PKV-Verband, Themenseite bKV (abgerufen 18.10.2026): „etwa 45 Prozent“, „jeder vierte“, „über 76 Prozent“, „64 Prozent“. Stichprobengröße dort nicht genannt.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, den viele Arbeitgeber unterschätzen: Pflege betrifft Ihre Mitarbeitenden nicht erst im Alter, sondern oft schon heute – wenn Eltern oder Partner Unterstützung brauchen. Deshalb bündeln manche Anbieter ihre bKV mit Pflege-Services. SIGNAL IDUNA nennt eine Pflege-Assistance mit Beratung „rund um die Uhr“, bei der LKH ist der OnTop-Service mit Pflege-Lotse „auch für die Familie kostenlos nutzbar“ (Versichererangaben, abgerufen 18.10.2026). Für Beschäftigte in der Rushhour des Lebens ist das ein greifbarer Wert.
Bindung
Ein Benefit, das an das Arbeitsverhältnis geknüpft ist und über Jahre wirkt – ein klares Signal langfristiger Verantwortung.
Recruiting
Noch selten im Mittelstand und deshalb ein Unterscheidungsmerkmal in Stellenanzeigen, gerade in Pflege, Handwerk und Industrie.
Familie
Pflege-Services und die Option, Angehörige mitzuversichern, entlasten Beschäftigte, die sich um Eltern kümmern.
Das Vorbild: CareFlex Chemie
Das bekannteste Beispiel einer betrieblichen Pflegeversicherung ist CareFlex Chemie. Die Tarifpartner der Chemiebranche haben die arbeitgeberfinanzierte Pflegezusatzversicherung vereinbart; sie startete am 01.07.2021 und wird von einem Konsortium aus Barmenia und R+V durchgeführt. Bereits in den ersten vier Monaten wurden 430.000 Beschäftigte versichert – „und das ohne Gesundheitsprüfung“ (PKV-Verband).
| Merkmal | CareFlex Chemie |
|---|---|
| Finanzierung | durch die Arbeitgeber, nicht durch die Beschäftigten |
| Stationäre Pflege | 1.000 € pro Monat in den Pflegegraden 2 bis 5 |
| Ambulante Pflege | 300 € pro Monat in den Pflegegraden 2 bis 4 |
| Gesundheitsprüfung | keine |
| Durchführung | Konsortium aus Barmenia und R+V |
| Reichweite | 430.000 Beschäftigte in den ersten vier Monaten |
CareFlex zeigt, was eine bPV leisten kann: einen verlässlichen Grundschutz für alle, den Sie als Arbeitgeber finanzieren. Für nicht tarifgebundene Unternehmen gibt es vergleichbare Gruppenverträge mehrerer Versicherer – mit frei wählbarer Leistungshöhe.
Leistungen und Bausteine einer betrieblichen Pflegeversicherung
Wie eine bPV aufgebaut ist, legen Sie mit dem Versicherer fest. Üblich sind diese Elemente:
- Pflegemonatsgeld: fester Betrag je Monat, gestaffelt nach Pflegegrad und nach ambulanter oder stationärer Pflege – wie bei CareFlex Chemie.
- Grundschutz plus Aufstockung: „Zuerst einmal bekommen alle das Gleiche, aber dann kann jeder seinen Schutz individuell aufstocken oder auch Angehörige mitversichern“ – so beschreibt die Deutsche Handwerks Zeitung das Prinzip (30.03.2022). Die Aufstockung zahlt die versicherte Person selbst.
- Angehörige: Sie können oft mit vereinfachter Gesundheitsprüfung mitversichert werden (ebenda). Mehr dazu unter bKV für Familienangehörige.
- Pflege-Services: Beratung und Lotsendienste für Beschäftigte, die Angehörige pflegen.
- Unfall-Pflege: Kleine Bausteine wie UnfallPrivat+ von SIGNAL IDUNA (1,66 € je Mitarbeiter und Monat) leisten nach einem Unfall im Krankenhaus oder bei Pflegebedürftigkeit.
Maßgeblich sind immer die Tarifbedingungen des Gruppenvertrags – keine Leistungszusage.
bKV, betriebliche Pflegeversicherung oder beides?
Beide Benefits ergänzen sich, wirken aber unterschiedlich. Die bKV spüren Ihre Mitarbeitenden sofort – bei der nächsten Brille oder Zahnrechnung. Die bPV ist ein Versprechen für den Ernstfall, das selten genutzt wird, aber dann große Summen bewegt. Viele Arbeitgeber beginnen deshalb mit der bKV und ergänzen die Pflege später – oder kombinieren beides von Anfang an.
| Merkmal | Betriebliche Krankenversicherung | Betriebliche Pflegeversicherung |
|---|---|---|
| Zweck | Gesundheitsleistungen heute: Zahn, Brille, Vorsorge, Krankenhaus | finanzielle Hilfe im Pflegefall |
| Typische Leistung | Gesundheitsbudget 300 bis 1.500 € im Jahr oder feste Bausteine | Pflegemonatsgeld je Pflegegrad, z. B. 1.000 € stationär (CareFlex) |
| Nutzung | häufig, im Alltag sichtbar | selten, aber mit hoher Wirkung |
| Preise | öffentlich, z. B. 18,90 bis 22,90 € bei 600 € Budget | meist individuell kalkuliert |
| Steuer | Sachbezug, gemeinsam mit allen anderen Sachbezügen bis 50 € im Monat steuer- und beitragsfrei | |
| Verbreitung Ende 2025 | über 2,8 Mio. Beschäftigte mit bKV oder bPV, davon 450.000 mit bPV (PKV-Verband) | |
Was die bKV insgesamt leistet und kostet, erklärt der Pillar-Artikel Betriebliche Krankenversicherung.
Was kostet eine betriebliche Pflegeversicherung?
Anders als bei den Budgettarifen der bKV, deren Preise je Mitarbeiter öffentlich sind, veröffentlichen die Anbieter für die bPV in der Regel keine Preislisten. Der Beitrag wird für Ihre Gruppe kalkuliert – abhängig vor allem von der gewünschten Leistungshöhe und davon, welche Versorgungsformen abgesichert werden. Ein spezialisierter bKV-Experte aus unserem Partnernetzwerk holt dafür vergleichbare Angebote mehrerer Versicherer ein.
Für Ihre Planung ist eine andere Zahl entscheidend: der Platz im 50-€-Topf. Wer bKV und bPV kombiniert, sollte beide Beiträge zusammen mit allen anderen Sachbezügen betrachten:
| Bereits vorhandene bKV je Mitarbeiter | Beitrag | Rest im 50-€-Topf für bPV und andere Sachbezüge |
|---|---|---|
| keine bKV | 0,00 € | 50,00 € |
| 300-€-Budget (Mittel) | 13,40 € | 36,60 € |
| 600-€-Budget (Mittel) | 21,83 € | 28,17 € |
| 900-€-Budget (Mittel) | 29,68 € | 20,32 € |
Den Topf mit allen Sachbezügen – bKV, bPV, Tankkarte, Guthabenkarte – prüft der 50-Euro-Check. Was die bKV-Bausteine je Mitarbeiter kosten, rechnet der bKV-Kostenrechner.
Betriebliche Pflegeversicherung und Steuer
Steuerlich wird die bPV wie die bKV behandelt. Das BMF-Schreiben vom 15.03.2022 nennt die Pflegeversicherung ausdrücklich: Die Gewährung von Kranken-, Krankentagegeld- oder Pflegeversicherungsschutz bei Abschluss und Beitragszahlung durch den Arbeitgeber ist Sachbezug (Rn. 6). Daraus folgt:
- Bis 50 € im Monat frei: Sachbezüge bleiben außer Ansatz, wenn sie insgesamt 50 € im Kalendermonat nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG); sie sind dann auch kein Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV).
- Ein gemeinsamer Topf: bKV, bPV und alle anderen Sachbezüge zählen zusammen. Ein Cent darüber macht den gesamten Betrag steuerpflichtig.
- Keine eigene Förderung: „Bisher gibt es weder für die tarifvertraglich vereinbarten noch für die freiwilligen Beiträge des Arbeitgebers zur betrieblichen Pflegeversicherung eine eigenständige steuerliche Förderung“ (PKV-Verband).
- Über 50 €: Pauschalierung nach § 37b EStG (30 %, sozialversicherungspflichtig) oder nach § 40 Abs. 1 EStG (bis 1.000 € je Mitarbeiter und Jahr, sozialversicherungsfrei).
- Zuschuss statt Vertrag: Zahlen Sie einen Zuschuss zu einer Police, die Mitarbeitende selbst abschließen, ist das Barlohn (BMF Rn. 18).
Alle Steuerregeln mit Fundstelle erklärt der Hub bKV und Steuer. Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.
Ohne Gesundheitsprüfung: warum das bei der Pflege besonders zählt
Bei einer privat abgeschlossenen Pflegezusatzversicherung fragt der Versicherer üblicherweise nach dem Gesundheitszustand, und das Gesetz erlaubt in der Pflegeversicherung Wartezeiten von bis zu drei Jahren (§ 197 Abs. 1 VVG). Im Gruppenvertrag ist das anders: Bei CareFlex Chemie wurden 430.000 Beschäftigte ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen, und auch bei anderen Gruppenverträgen gilt: „Es gibt keine individuelle Gesundheitsprüfung und auch Mitarbeiter mit Schwerbehinderungen können aufgenommen werden“ (Deutsche Handwerks Zeitung, 30.03.2022).
Für Ihr Team bedeutet das: Jede und jeder bekommt denselben Schutz, unabhängig von Alter und Vorgeschichte. Wie der Gruppenvertrag das möglich macht, erklärt der Ratgeber Gruppenvertrag ohne Gesundheitsprüfung.
Die betriebliche Pflegeversicherung einführen: sieben Prüfpunkte
- Leistungshöhe festlegen: Welches Pflegemonatsgeld je Pflegegrad, ambulant und stationär?
- Budget planen: Beitrag so wählen, dass er mit bKV und anderen Sachbezügen in die 50 € passt.
- Kreis der Begünstigten: grundsätzlich alle Beschäftigten; Teilzeit- und Minijob-Kräfte nur mit sachlichem Grund ausnehmen (§ 4 Abs. 1 TzBfG). Details unter bKV und Gleichbehandlung.
- Aufstockung und Angehörige: Können Mitarbeitende privat aufstocken und Familienmitglieder mitversichern?
- Fortführung: Lässt sich der Schutz nach dem Ausscheiden privat weiterführen – mit welcher Frist?
- Betriebsrat: Bei der Verteilung betrieblicher Leistungen besteht ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG) – allgemeine Regel, keine Rechtsberatung.
- Kommunikation: Pflege ist ein sensibles Thema – erklären Sie Leistung und Services aktiv, etwa beim Kick-off oder im Mitarbeitergespräch.
Den kompletten Fahrplan finden Sie im kostenlosen bKV-Leitfaden für Arbeitgeber 2027, den Sie mit dem bKV-Angebots-Check erhalten – dort können Sie die betriebliche Pflegeversicherung als Wunschbaustein angeben.
Und Ihre eigene Pflegeabsicherung als Inhaber?
Die Pflegelücke betrifft Sie als Inhaberin oder Geschäftsführer genauso. Wer privat krankenversichert ist, muss bei seinem Krankenversicherer auch eine private Pflegepflichtversicherung abschließen und aufrechterhalten (§ 23 Abs. 1 SGB XI); was sie kostet, zeigt der Überblick über die Kosten der privaten Pflegepflichtversicherung. Eine Pflegezusatzversicherung schließt die verbleibende Lücke.
Für Ihre Krankenversicherung selbst lohnt der Blick auf die PKV: Selbstständige und nicht abhängig beschäftigte Gesellschafter-Geschäftsführer können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern, die Leistungen sind vertraglich zugesichert (§ 206 Abs. 1 VVG), und Alterungsrückstellungen – Ende 2025 insgesamt 355,4 Mrd. € (PKV-Verband) – sorgen für das Alter vor. Ihre Optionen beschreibt der Ratgeber bKV für Gesellschafter-Geschäftsführer.
Häufige Fragen
Was ist eine betriebliche Pflegeversicherung?
Eine private Pflegezusatzversicherung, die der Arbeitgeber für seine Beschäftigten als Gruppenvertrag abschließt und bezahlt. Sie ergänzt die gesetzliche Pflegeversicherung, die nur einen Teil der Kosten trägt, meist um ein festes Pflegemonatsgeld je Pflegegrad. Ende 2025 hatten 450.000 Beschäftigte eine betriebliche Pflegeversicherung (PKV-Verband).
Was kostet eine betriebliche Pflegeversicherung den Arbeitgeber?
Feste Preislisten wie bei den Budgettarifen der bKV veröffentlichen die Anbieter für die bPV in der Regel nicht; der Beitrag wird für Ihre Gruppe und die gewünschte Leistungshöhe kalkuliert. Ein spezialisierter Experte holt dafür Angebote mehrerer Versicherer ein. Wichtig für die Planung: Bleibt der Beitrag zusammen mit anderen Sachbezügen bis 50 € im Monat, ist er steuer- und beitragsfrei.
Ist die betriebliche Pflegeversicherung steuerfrei?
Bis zur 50-€-Freigrenze ja: Schließt der Arbeitgeber eine Pflegeversicherung ab und zahlt die Beiträge, ist der Versicherungsschutz Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6), der bis insgesamt 50 € im Kalendermonat steuer- und beitragsfrei bleibt (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, § 1 SvEV). Eine eigenständige steuerliche Förderung gibt es laut PKV-Verband bisher nicht. Allgemeine Regel, keine Steuerberatung im Einzelfall.
Was leistet CareFlex Chemie?
CareFlex Chemie ist die arbeitgeberfinanzierte tarifliche Pflegezusatzversicherung der Chemiebranche, gestartet am 01.07.2021 und durchgeführt von einem Konsortium aus Barmenia und R+V. Im Pflegefall zahlt sie 1.000 € im Monat bei stationärer Pflege in den Pflegegraden 2 bis 5 und 300 € bei ambulanter Pflege in den Pflegegraden 2 bis 4 (PKV-Verband).
Gibt es bei der betrieblichen Pflegeversicherung eine Gesundheitsprüfung?
Für die Beschäftigten im Gruppenvertrag in der Regel nicht – bei CareFlex Chemie wurden 430.000 Beschäftigte ohne Gesundheitsprüfung versichert (PKV-Verband). Bei einer privat abgeschlossenen Pflegezusatzversicherung sind dagegen Gesundheitsfragen üblich und Wartezeiten von bis zu drei Jahren zulässig (§ 197 Abs. 1 VVG). Angehörige können oft mit vereinfachter Gesundheitsprüfung mitversichert werden.
Was passiert mit der betrieblichen Pflegeversicherung beim Jobwechsel?
Mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses endet die Mitgliedschaft im Gruppenvertrag. Häufig haben ausscheidende Beschäftigte die Option, die Police privat auf eigene Kosten weiterzuführen (Deutsche Handwerks Zeitung, 30.03.2022). Frist und Beitrag regelt der jeweilige Vertrag.
Quellen
- PKV-Verband: Betriebliche Krankenversicherung (450.000 mit bPV, Civey-Umfrage, CareFlex Chemie) – Stand 31.12.2025, abgerufen 18.10.2026
- PKV-Verband: Positionen zur betrieblichen Kranken- und Pflegeversicherung – abgerufen 18.10.2026
- vdek: Stationäre Pflege – Eigenanteile Juli 2026 – 14.07.2026, Stand 01.07.2026
- BMF-Schreiben vom 15.03.2022 – Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug (Kopie Hallesche) – Rn. 6
- § 8 EStG – Einnahmen (50-Euro-Freigrenze) – abgerufen 18.10.2026
- § 1 SvEV – kein Arbeitsentgelt – abgerufen 18.10.2026
- § 197 VVG – Wartezeiten – abgerufen 18.10.2026
- § 23 SGB XI – Versicherungspflicht für Versicherte der privaten Krankenversicherung – abgerufen 19.10.2026
- Deutsche Handwerks Zeitung: Betriebliche Pflegezusatzversicherung – 30.03.2022 (Fachpresse)
- SIGNAL IDUNA: Betriebliche Krankenversicherung (Pflege-Assistance, UnfallPrivat+) – abgerufen 18.10.2026
- LKH: LKH-TeamUpgrade (OnTop-Service mit Pflege-Lotse) – abgerufen 18.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der betrieblichen Krankenversicherung (Kosten, Steuer, Sozialversicherung, Einführung) und der Krankenversicherung von Inhabern und Geschäftsführern (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Steuer-, Lohn- und Arbeitsrechtsthemen sind hier nur als allgemeine Regel dargestellt – keine Steuerberatung im Einzelfall; verbindlich entscheiden Finanzamt, Sozialversicherungsträger und Gerichte. Herausgeber: bKV-Kosten.de. bKV-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.